vergrößernverkleinern
Russlands Olympia-Aus wird offenbar immer wahrscheinlicher
Russische Fans dürfen bei den Olympischen Spielen unter der Flagge ihres Heimatlandes antreten © Getty Images

Das IOC veröffentlicht die Richtlinien, nach denen Anträge suspendierte russischer Athleten auf eine Olympia-Teilnahme bewertet werden. Die Flaggen-Frage ist geklärt.

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat am Donnerstag Verfahrensrichtlinien für russische Athleten veröffentlicht, die trotz der Suspendierung des nationalen Verbandes an internationalen Wettbewerben teilnehmen wollen.

Darin betonte die IAAF zwar erneut, dass die Sportler bei Gewährung der Ausnahmegenehmigung als "neutrale Athleten" an den Start gehen würden, sie akzeptierte aber offenbar auch die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das die betreffenden Athleten bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro unter russischer Flagge starten lassen will.

Athleten, deren Antrag bewilligt würde, hätten "immer noch eine Einladung zu erhalten, um an dem fraglichen internationalen Wettbewerb teilzunehmen, im Einklang mit den Regeln der Organisatoren der Veranstaltung", hieß es in den neuen "Guidelines" der IAAF.

Kaum Chancen für Russlands Athleten

Der Veranstalter der Olympischen Spiele ist das IOC, das zuletzt erklärt hatte, russische Athleten, die die Ausnahmegenehmigung der IAAF erhalten, würden in Rio de Janeiro unter russischer Flagge starten.

Unter anderem die Whistleblowerin Julija Stepanowa hatte bereits angekündigt, eine entsprechende Ausnahmegenehmigung zu beantragen. Die IAAF stellte ihr einen Start bei den Europameisterschaften in Amsterdam (7. bis 10. Juli) in Aussicht.

Darüber hinaus machte die IAAF in den Richtlinien erneut klar, dass das Schlupfloch für russische Athleten sehr klein ist. Die betreffenden Sportler müssten einen "ausreichend langen" Zeitraum nachweisen, in dem sie unter dem Einfluss eines Anti-Doping-Systems "außerhalb des Landes" gestanden hätten. 

Nicht alle Kriterien klar definiert

Ein konkreter Zeitraum wurde nicht genannt. Die Verfahrensrichtlinien der IAAF verlangen von den betreffenden Sportlern, "alle Dokumente" beizubringen, die die Unabhängigkeit vom russischen System beweisen könnten.

"Wir wissen, dass einige russische Athleten erwägen, einen Antrag zu stellen, um an internationalen Wettbewerben teilnehmen zu dürfen", sagte IAAF-Präsident Sebastian Coe: "Es ist also wichtig, dass ihnen die Kriterien klar sind, unter denen ihr Antrag überprüft wird."

Die IAAF hat den russischen Verband ARAF wegen zahlreicher Dopingskandale auf unbestimmte Zeit auch über den Zeitraum der Olympischen Spiele in Rio (5. bis 21. August) suspendiert.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel