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IOC-Präsident Thomas Bach (l.) bekam Post von 14 nationalen Anti-Doping-Agenturen
IOC-Präsident Thomas Bach (l.) bekam Post von 14 nationalen Anti-Doping-Agenturen © Getty Images

Vor der endgültigen Entscheidung des IOC über einen Auschluss Russlands schicken 14 NADAs einen Appell an IOC-Präsident Bach. Sie fordern eine Sperre.

14 nationale Anti-Doping-Agenturen, darunter die deutsche NADA, haben in einem Brief an IOC-Präsident Thomas Bach eine Sperre aller Russen für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro unter Berücksichtigung von Ausnahmefällen gefordert. "Aber die Hürden müssen hoch sein", sagte NADA-Vorstand Lars Mortsiefer.

Ausnahmen möglich

Es könne nur in die Richtung gehen, die auch der Leichtathletik-Weltverband IAAF eingeschlagen habe, sagte Mortsiefer, "dass Sportler über einen langen Zeitraum nicht unter dem Einfluss des russischen Kontrollsystems gestanden haben. Sportler, die auch nur annähernd damit in Berührung kamen, dürfen keine Chancen mehr bekommen."

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte am Donnerstag den Einspruch von 68 russischen Leichtathleten gegen die Aussperrung durch den Weltverband IAAF abgewiesen.

Zudem fordern die Organisationen aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Schweiz, Dänemark, Norwegen, Finnland, Schweden, Spanien, Japan, Neuseeland, Ägypten, Kanada und den USA - die Länder repräsentieren alle Kontinente - den Start der Russen unter neutraler Flagge.

Aufforderung an IOC

"Das hat etwas mit Haltung zu tun. Schließlich haben wir es hier mit Staatsdoping zu tun, das ist spätestens seit der Veröffentlichung des McLaren-Reports unstrittig", sagte Mortsiefer. Er drängt die IOC-Exekutive, die spätestens am Dienstag ein Urteil fällen will, zu schnellem Handeln.

"Ich kenne die Abläufe in der IOC-Exekutive nicht genau. Allerdings liegen alle Fakten auf dem Tisch. Und in der Tat sollte es jetzt möglichst schnell gehen."

Einen Dissenz mit der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, die einen Ausschluss aller Russen ohne Wenn und Aber gefordert hatte, sieht Mortsiefer nicht: "Wir wollen mit der WADA zusammenarbeiten, sie stärken. Wir wollen aber auch ein klares Zeichen setzen als nationale Agenturen, die wir uns auch seit vielen Jahren dem Anti-Doping-Kampf verschrieben haben. Und wir wollen auch eigene Lösungen präsentieren. Uns allen geht es um einen sauberen Sport."

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