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Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov waren in Hamm Gegner, bei Olympia Teamkollegen
Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov waren in Hamm Gegner, bei Olympia sind sie Teamkollegen © Getty Images

Timo Boll ist drei Wochen vor den Olympischen Spielen gut in Form. Der 35-Jährige setzt sich beim Testturnier in Hamm gegen Dimitrij Ovtcharov und triumphiert im Finale.

Ein Sieg fürs Prestige, ein kleiner Fingerzeig für Rio: Drei Wochen vor den Sommerspielen in Brasilien hat Tischtennis-Ass Timo Boll mit einem Erfolg beim Olympia-Testturnier im westfälischen Hamm Selbstvertrauen getankt.

Der 35-Jährige aus Düsseldorf gewann am Samstag zunächst das deutsche Halbfinal-Duell gegen Europameister Dimitrij Ovtcharov (Hameln/Orenburg) 4:3 und setzte sich im Endspiel gegen Altmeister Wladimir Samsonow (Weißrussland) 3:0 durch.

"Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden. Ich habe mich gut bewegt und konnte das Knie heute mal komplett ausblenden", sagte Boll, der nach einer Knie-Operation zuletzt auf Rang 14 der Weltrangliste abgerutscht war.

"Andere werden zwei Schippen drauflegen"

 Bundestrainer Jörg Rosskopf wollte den Erfolg beim mit zahlreichen europäischen Topspielern besetzten Testwettkampf nicht überbewerten: "Alle Spieler kommen voll aus dem Training. Im Endeffekt ist es nur ein kleiner Leistungstest."

Auch Boll stapelte angesprochen auf seinen Traum von einer Olympiamedaille, die in seiner beeindruckenden Sammlung bislang noch fehlt, eher tief: "Ich hoffe, dass ich bis Rio noch eine Schippe drauflegen kann. Aber die anderen werden sicher noch zwei Schippen drauflegen. Man muss sich hohe Ziele stecken, auch wenn sie manchmal noch so fern erscheinen."

Boll hatte gegen Ovtcharov in einem Spiel auf zumindest phasenweise hohem Niveau vor allem zu Beginn enorm Druck gemacht. Besonders in den spektakulären langen Ballwechseln hatte der Routinier oftmals das bessere Ende für sich und führte schnell mit 3:0.

Steger ohne Chance gegen Samsonow

 Ovtcharov fand erst im dritten Satz langsam in die Partie, senkte dann jedoch drastisch seine Fehlerquote und schaffte so beinahe noch die Wende.

"Gegen einen Spieler wie Timo darf man natürlich nicht mit 0:3 starten", sagte Ovtcharov: "Er hat aber auch wirklich sehr stark angefangen. Ich bin dann langsam besser ins Spiel gekommen, aber am Ende hat ein kleines Konzentrationsloch von zehn Sekunden im vierten Satz den Ausschlag gegeben."

Im zweiten Halbfinale war der in Rio für die Mannschaft nominierte Bastian Steger (Bremen) nach zwei 3:2-Erfolgen den Russen Alexander Schibajew und den Briten Samuel Walker beim 2:4 gegen Samsonow weitgehend chancenlos.

Nächster Stopp: Worms

Bereits nach der Vorrunde war der olympische Testwettbewerb für Olympia-Ersatzmann Patrick Franziska (Saarbrücken) beendet, der nach einem 3:2-Erfolg gegen den Ukrainer Kou Lei ebenfalls gegen Samsonow mit 0:3 unterlag.

Direkt am Montag steht für die deutschen Tischtennis-Asse ein weiteres Vorbereitungsturnier in Worms auf dem Plan.

Die Generalprobe für Rio ist schließlich ein Testländerspiel gegen Mannschaftseuropameister Österreich am 23. Juli in Fulda.

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