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Gesa Felicitas Krause gewann bei der WM 2015 Bronze
Gesa Felicitas Krause gewann bei der WM 2015 Bronze © Getty Images

Kassel - Gesa Felicitas Krause ist eine der deutschen Hoffnungen bei der Leichtathletik-EM und Olympia. Bei SPORT1 spricht sie über ihre Ansprüche und die Zukunft - auch die private.

Gesa Felicitas Krause ist eine der deutschen Hoffnungen bei den Olympischen Spielen in Rio.

Die Ausnahmeläuferin, die im Juni bei den DM in Kassel den Titel gewann und "Die SPORT1" für ihre Wahl zur Sportlerin des Jahres 2015 entgegenahm, zählt auch bei der EM im Amsterdam zu den Favoritinnen. Bei der WM 2015 gewann Krause über 3000 Meter Hindernis die Bronzemedaille.

Im SPORT1-Interview spricht die 23-Jährige über ihre Ziele in Amsterdam und Rio, Trainingseinheiten mit Männern und die private Zukunft.

SPORT1: Seit Ihrer WM-Medaille stehen Sie viel stärker in der öffentlichen Wahrnehmung. Spüren Sie dadurch auch Druck?

Gesa Felicitas Krause: Grundsätzlich nicht, da ich hohe Ansprüche an mich selbst habe. Ich mache den Sport für mich und will nicht andere glücklich machen. Ich merke aber schon, dass die Erwartungshaltung gestiegen ist und versuche, dem gerecht zu werden.

SPORT1: Die diesjährige Saison läuft total nach Plan für Sie, oder?

Krause: Ich bin sehr zufrieden mit meinen bisherigen Leistungen. Für die Olympischen Spiele muss ich aber noch was drauf legen. Es steht noch viel Arbeit vor mir, die Weltelite ist stark.

SPORT1: Was ist Ihr Ziel bei der EM in Amsterdam?

Krause: Von mir wird eine Medaille erwartet, das erwarte ich aber auch selbst von mir. Ich möchte um Gold kämpfen. Es wäre sehr schön, oben auf dem Treppchen zu stehen. Ich hoffe, dass ich einen guten Tag erwische. (Der Zeitplan der Leichtathletik-EM)

SPORT1: Wann fällt der deutsche Rekord?

Krause: Am schönsten wäre es bei der DM in Kassel vor heimischem Publikum gewesen. Dafür braucht es aber jemanden, der einen pusht. Ich hoffe, dass dieses Jahr noch ein schnelles Rennen kommt. Ich habe den Rekord in den Beinen.

SPORT1: Wie sehen Ihre sportlichen Ziele für Rio aus?

Krause: Ich will meine Bestleistung und den deutschen Rekord knacken. Ich gehe davon aus, dass so schnell gerannt werden muss, um vorne mitzulaufen. Eine Medaillenprognose ist schwer abzugeben. Mit einer Top-Sechs-Platzierung muss man auf jeden Fall zufrieden sein.

SPORT1: Das Zika-Virus sorgt für Absagen, ein öffentlicher Katastrophenzustand wurde ausgerufen und öffentliche Dienste wurden eingekürzt. Mit welchem Gefühl fahren Sie zu Olympia?

Krause: Ich habe mich relativ wenig damit beschäftigt. Der Sport raubt schon viel Energie. Das Virus ist für mich nicht das große Problem, da keine Schwangerschaft geplant ist. Wir bekommen vom Verband Broschüren und Tipps zum Schutz. Ich hoffe, dass die Funktionäre die Probleme in den Griff bekommen. Solche Probleme gibt es immer in Ländern mit einer großen Spanne zwischen arm und reich.

SPORT1: Sie machen viele Trainingslager, auch in Südafrika und Kenia. Dort trainieren Sie auch mit männlichen Trainingspartnern. Wie kommt es dazu?

Krause: Wenn man viele Trainingseinheiten macht, ist es schwer, alles alleine zu machen. In Kenia findet man immer einen Trainingspartner. Für die ist das ein Kinderspiel, für mich harte Arbeit. In Kenia können viele Männer mein Tempo laufen. Mir hilft es sportlich sehr, und sie bekommen etwas Geld oder ein Paar Schuhe. Darüber freuen sie sich sehr.

SPORT1: Ihr Freund Marc ist immer dabei, wenn es geht. Ist er Ihr wichtigster Fixpunkt in Ihrem Sportlerleben?

Krause: Auf jeden Fall. Wir haben uns vor zweieinhalb Jahren kennengelernt. Ich war früher schon sehr ehrgeizig. Wenn ich nach einem Wettkampf zurückkomme, ist er für mich da und fängt mich auf. Das gibt mir sehr viel Kraft. Er ist ein guter Gegenpol.

SPORT1: Sie haben kürzlich bei einer Hochzeit den Brautstrauß gefangen...

Krause: Das war sehr witzig. Mein Cousin hat geheiratet und ich habe den Brautstrauß gefangen. Damit habe ich auch nicht gerechnet. Aber bei uns steht noch nichts an, das sind Pläne für die Zukunft, ich bin ja noch sehr jung.

SPORT1: Ihr Freund hat sehr viele Tattoos. Hat er Sie damit schon angesteckt?

Krause: Bisher habe ich noch keines, aber er versucht es immer wieder. Ich habe früher gesagt, dass ich niemals eins haben wollte. Mal schauen. Ich glaube, ich brauche noch ein bisschen.

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