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Patrick Groetzki (r.) und Rune Dahmke (l.) kämpfen noch um die begehrten Olympia-Tickets
Patrick Groetzki (r.) und Rune Dahmke (l.) kämpfen noch um die begehrten Olympia-Tickets © Getty Images

60 Minuten bleiben den deutschen Handballern für ihre Bewerbung um eines der Olympia-Tickets. Nach dem Test gegen Tunesien muss Sigurdsson seinen Kader benennen.

Nie war der Konkurrenzkampf größer, nie die Entscheidung für Bundestrainer Dagur Sigurdsson kniffliger: Nur noch 60 Minuten bleiben den deutschen Handballern für ihre Bewerbung um eines der begehrten Olympia-Tickets.

Das Testspiel gegen Tunesien wird zum Casting-Finale. Schon am Donnerstag muss Sigurdsson seinen Kader für Rio benennen.

"Jeder versucht dem Trainer zu zeigen, dass er unverzichtbar ist", sagte Kreisläufer Hendrik Pekeler vor der wegweisenden Partie am Mittwoch (ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) gegen den achtmaligen Afrika-Champion in Stuttgart. 21 Spieler, darunter 16 Europameister, kämpfen um die 14 freien Plätze (plus einen Reservisten).

Nicht alle EM-Helden dürfen mit

Das Pikante: Aufgrund des im Vergleich zu Welt- oder Europameisterschaften um zwei Mann reduzierten Kaders werden zwangsläufig auch Spieler zu Hause bleiben müssen, die im Januar sensationell den EM-Titel geholt hatten. Härtefälle sind programmiert.

"Jeder ist sich im klaren darüber, dass das Schicksal einzelner nicht so wichtig ist wie der Erfolg der Mannschaft", sagte Patrick Groetzki.

Der Rechtsaußen - jahrelang Stammkraft, bei der EM allerdings verletzungsbedingt nicht dabei - ist einer der zahlreichen Spieler, die auf der Kippe stehen.

An Wolff führt kein Weg vorbei

Einige Spieler dürften aber ziemlich sicher dabei sein, wenn Deutschland zum Olympia-Auftakt gegen Rekord-Europameister Schweden (7. August) aufläuft.

Dazu gehören das zu Jahresbeginn in Polen überragende Abwehrduo mit Pekeler und Finn Lemke. Zudem führt kaum ein Weg an Keeper Andreas Wolff, Kapitän Uwe Gensheimer und Rückraumspieler Steffen Weinhold vorbei. Auch Kreisläufer Patrick Wiencek, Spielmacher Martin Strobel, Rechtsaußen Tobias Reichmann und der Kieler Christian Dissinger haben gute Aussichten.

Die heißesten Fragen in Sigurdssons Personal-Puzzle: Wer bekommt den festen Platz als zweiter Torwart? Wird der wurfgewaltige Steffen Fäth (Mittelhandbruch), der gegen Tunesien geschont wird, noch rechtzeitig fit? Was passiert mit den Außenspielern Groetzki und Rune Dahmke? Darf Rückraum-Shooter Julius Kühn auch in Rio loslegen, oder fliegt Youngster Paul Drux mit ins Olympia-Abenteuer?

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