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Thomas Bach ist seit 2013 Präsident des IOC © Getty Images

Bei den Olympischen Spielen 2008 und 2012 gab es mehr Dopingfälle als zunächst bekannt. Das IOC hat 45 weitere positive Nachtests gemeldet - darunter 31 Medaillengewinner.

Bei Nachtests von Dopingproben der Olympischen Spiele 2008 in Peking und 2012 in London hat es weitere 45 positive Fälle gegeben. Dies gab das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Freitag bekannt. 30 dieser neuen Fälle stammen aus Peking, 15 aus London. Unter den 30 überführten Dopingsündern von Peking befinden sich 23 Medaillengewinner, in London betrifft es acht Medaillengewinner.

"Die neuen Nachanalysen zeigen einmal mehr das Engagement des IOC im Kampf gegen Doping", erklärte IOC-Präsident Thomas Bach.

Namen der Sportler nannte das IOC nicht. Die Sportler, Nationalen Olympischen Komitees und die Weltverbände wurden informiert, Sanktionen können nun eingeleitet werden.

Alfons Hörmann reagierte positiv auf die neuen Nachrichten. "Für alle Athletinnen und Athleten, die sich konsequent und vorbildlich an die Regeln halten, ist das eine gute und ermutigende Nachricht. Es zeigt, dass Betrüger nie sicher sein können und auch mit späten Konsequenzen rechnen müssen", erklärte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Der deutsche Sport ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht betroffen. Wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mitteilte, habe man keine Nachricht aus Lausanne - weder Brief noch E-Mail - erhalten.

Die neuen positiven Fälle von Peking kommen aus vier Sportarten und betreffen acht Länder. Die 15 auffälligen Ergebnisse von London stammen von Aktiven aus zwei Sportarten und neun Ländern.

Damit sind in den ersten beiden Durchgängen der Nachuntersuchungen bislang insgesamt 98 positive Fälle bekannt geworden. Im Mai waren 30 Sportler bei den Spielen 2008 und 23 bei denen vor vier Jahren nachträglich überführt worden.

Nach den Sommerspielen im August in Rio wird es zwei weitere Nachtests der Spiele 2008 und 2012 geben. Insgesamt wurden bislang 1243 eingefrorene Dopingproben neu untersucht.

1. Untersuchungswelle (Mai 2016):

Peking 2008:
    454 Proben / 30 überführte Athleten / 12 NOKs / 6 Sportarten
London 2012:
    265 Proben / 23 überführte Athleten / 6 NOKs / 5 Sportarten
    
2. Untersuchungswelle (Juli 2016):

Peking 2008:
    386 Proben / 30 überführte Athleten / 8 NOKs / 4 Sportarten
London 2012:
    138 Proben / 15 überführte Athleten / 9 NOKs / 2 Sportarten
    
3. und 4. Untersuchungswelle nach den Sommerspielen in Rio

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