vergrößernverkleinern
QATAR-BOX-AIBA-WU
Wu Ching-Kuo erhielt den russischen Verdienstorden © Getty Images

Fünfzehn IOC-Mitglieder aus der Exekutive dürfen am Dienstag über den Olympia-Ausschluss Russlands entscheiden. Eines davon besitzt einen russischen Orden.

Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) berät am Dienstag über die Folgen des McLaren-Reports und einen möglichen Komplettausschluss Russlands von den Olympischen Spielen in Rio (05. bis 21. August). Die IOC-"Regierung" besteht aus 15 Mitgliedern mit Präsident Thomas Bach an der Spitze.

Nicht alle Mitglieder werden voraussichtlich eine Verbannung aller Russen unterstützen.

Der Ire Patrick Hickey, Präsident des Europäischen Olympischen Komitees (EOC), hofft, seine schwächelnden Europaspiele den Russen vermitteln zu können. Die Forderung zahlreicher Anti-Doping- und Athleten-Kommissionen nach einem Komplett-Ausschluss der Russen schon vor der Präsentation des McLaren-Reports am Montag hatte er scharf kritisiert.

Das Heimatland des chinesischen Vize-Präsidenten Yu Zaiqing unterhält seit jeher enge diplomatische Beziehungen zu Russland.

Wu Ching-Kuo (Taiwan), seit Jahren umstrittener Präsident des Internationalen Box-Verbandes AIBA, erhielt vor drei Jahren aus den Händen von Russlands Sportminister Witali Mutko den Verdienstorden der russischen Regierung für seine "Hingabe für den Sport".

Der Australier John Coates ist auch Präsident des Internationalen Sportgerichtshofes CAS und steckt als solcher womöglich in einem Interessenkonflikt.

Nicht zuletzt Thomas Bach hat sich mehrfach sehr zurückhaltend zu Pauschal-Bestrafungen geäußert. Seine Erklärung in der Pressemitteilung des IOC im Anschluss an die Veröffentlichung des McLaren-Reports, der ein staatlich gestütztes Dopingsystem in Russland nachweist, lässt aber ein Umdenken zumindest möglich erscheinen: "Die Ergebnisse des Berichts zeigen einen erschreckenden und beispiellosen Angriff auf die Integrität des Sports und der Olympischen Spiele", wurde Bach in einer Stellungnahme zitiert: "Daher wird das IOC nicht zögern, die härtesten Sanktionen gegen jede beteiligte Person oder Organisation zu treffen."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel