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Martin Volkmar, Ressortleiter Online/Mobile bei SPORT1, kommentiert den McLaren-Report zum russischen Dopingsystem © SPORT1 Grafik: Paul Haenel/Getty Images/Imago

München - Nach dem McLaren-Bericht über Staatsdoping in Russland kann es für die Olympischen Spiele nur eine Entscheidung geben. Auch über die Fußball-WM muss diskutiert werden.

Mit diesem klaren Urteil war nicht unbedingt zu rechnen gewesen, auch wenn vieles darauf hingedeutet hatte: Der Untersuchungsbericht des renommierten kanadischen Rechtsprofessors Richard McLaren hat Staatsdoping in Russland praktisch bewiesen.

Mit Unterstützung und dem Wissen sowohl des Sportministeriums als auch des Inlandsgeheimdienstes und auch der nationalen Anti-Doping-Agentur wurden anhaltende Leistungsmanipulationen offensichtlich organisiert, unterstützt und vertuscht.

So eindeutig wie der Bericht müssen daher auch die Konsequenzen sein: Russland muss von den Sommerspielen in Rio ausgeschlossen werden.

Alles andere wäre ein Armutszeugnis für das Internationale Olympische Komitee und würde jegliche Beteuerungen für einen sauberen Sport zum bloßen Lippenbekenntnis verkommen lassen.

Zumal Besserungen im verrotteten russischen System nicht von allein kommen werden. Denn der Fisch stinkt vom Kopf her.

Es ist kaum glaubhaft, dass der groß angelegte Betrug ohne das Wissen des allmächtigen Sportministers und Fußball-Verbandsbosses Vitali Mutko sowie seines Vorgesetzten, des obersten Sportfans Wladimir Putin, geschehen sein soll.

Mutko ist in jedem Fall als Vertreter Russlands im internationalen Weltsport nicht mehr tragbar, auch nicht als Mitglied im FIFA-Exekutivkomitee. Zumal laut McLaren-Report bei elf russischen Fußballern ebenfalls die Dopingproben manipuliert wurden.

Rein formell darf Russland für die Dauer der Suspendierung seiner nationalen Anti-Doping-Agentur Rusada ohnehin keine internationalen Großereignisse ausrichten  - also weder den Confed Cup 2017 noch die Fußball-Weltmeisterschaft 2018.

Ein Entzug der WM wäre neben einem Startverbot bei den Olympischen Spielen und sonstigen Großwettkämpfen auch moralisch der richtige Schritt. Denn nur mit drastischen Maßnahmen würden den Staatsdopern in Russland und anderswo die Grenzen aufgezeigt.

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