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Claudia Pechstein ist eine der erfolgreichsten deutschen Eisschnellläuferinnen © Getty Images

Nach Diskus-Riese Robert Harting attackiert auch Claudia Pechstein IOC-Boss Thomas Bach. Die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin sagt: "Er hat sich politisch kaufen lassen."

Im Streit zwischen IOC-Präsident Thomas Bach und Robert Harting hat sich Claudia Pechstein auf die Seite des Doppel-Olympiasiegers im Diskus gestellt.

"Bach hat sich politisch kaufen lassen. Er lügt die Welt an, wenn er öffentlich predigt, es gelte für jeden Sportler die Unschuldsvermutung", sagte die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin: "Wie viel kann man als IOC-Präsident denn noch lügen?"

Bach steht nach der Olympia-Zulassung für russische Sportler trotz des massiven, bewiesenen Dopingbetrugs heftig in der Kritik. Harting hatte gegenüber SPORT1 gesagt: "Ich stehe ihm mit tiefer Enttäuschung gegenüber. Für mich ist er etwas, was ganz weit weg ist, wovor ich mich ekle und womit ich nichts zu tun haben will." 

Der 31-Jährige führte aus: "Er ist für mich Teil des Doping-Systems, nicht des Anti-Doping-Systems. Ich schäme mich für Thomas Bach."

"Er ist für mich als IOC-Präsident nicht weiter tragbar. Er nimmt meine Werte als Athlet nicht wahr", teilte Harting mit. Bach hatte das als "nicht akzeptable Entgleisung" bezeichnet. Konsequenzen drohen Harting jedoch wohl nicht.

Pechstein: "Unglaubliche Art der Verdummung"

Pechstein stößt besonders die Tatsache sauer auf, dass das IOC trotz der Beweise erst die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs CAS abwartete. 

"Das ist eine unglaubliche Art der Verdummung, die Bach da an den Tag legt", teilte die 44-Jährige mit: "Eine feige Entscheidung".

Pechstein befindet sich seit ihre zweijährigen Dopingsperre 2009 im Rechtsstreit gegen die Internationale Eislauf-Union ISU. Anfang Juni hatte sie vor dem Oberlandesgericht München eine Niederlage erlitten.

Anhand ihres Falls sei für Pechstein deutlich erkennbar, dass Bachs Beteuerungen, dass saubere Athleten geschützt werden müssen, ein "ein schlechter Witz" sei: "Da hat nie die Unschuldsvermutung gegolten. Wenn es sie gegeben hätte, wäre mein Verfahren neu aufgerollt worden."

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