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Nils Petersen wird zusammen mit Davie Selke die Sturmspitze der deutschen Mannschaft bilden
Nils Petersen wird zusammen mit Davie Selke die Sturmspitze der deutschen Mannschaft bilden © SPORT1-Grafik Paul Hänel / Getty Images und facebook.com/DavieSelke.Official/

Frankfurt am Main - Nils Petersen ist Teil des DFB-Teams in Rio. Bei SPORT1 spricht der 27-Jährige über seine unverhoffte Berufung, Reaktionen darauf und die Mittelstürmer-Debatte.

Nils Petersen ist der Überraschungsgast im deutschen Olympia-Aufgebot. Der Torjäger vom Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg soll das Team als einer von drei älteren Akteuren führen.

Vor dem Auftaktspiel in Rio gegen Mexiko am Donnerstag (22 Uhr) spricht der 27-Jährige im SPORT1-Interview über seinen ganz persönlichen Traum.

SPORT1: Herr Petersen, wie haben Sie überhaupt von Ihrer Olympia-Nominierung erfahren?

Nils Petersen: Für mich war das auch eine Überraschung. Christian Streich, mein Trainer beim SC Freiburg, hat mich informiert, dass man mich gerne nach Brasilien mitnehmen würde. Da war ich mehr als glücklich - auch darüber, dass der Trainer sein Okay dafür gegeben hat.

SPORT1: Erstmals seit 1988 in Seoul nimmt nun in Rio wieder ein deutsches Männer-Team an Olympischen Spielen teil. Mit welchen Erwartungen sind Sie nach Brasilien geflogen?

Petersen: Natürlich ist eine große Vorfreude da, weil ich mich vorher gar nicht mit Olympia beschäftigt hatte, da ich ja deutlich älter bin. Dass ich einer von den drei älteren Akteuren sein darf, ist natürlich super. Ich bekomme immer noch jeden Tag SMS-Nachrichten, deshalb hoffe ich auch, dass wir lange im Turnier bleiben. Ich weiß, dass sich in Freiburg andere Spieler auch Hoffnungen gemacht hatten, nach Brasilien zu fliegen -  die waren richtig traurig, dass sie nicht dabei sein durften. Insofern freue ich mich auf ein richtig großes Event. Ich hätte auch nicht gedacht, welche Wellen dieses Turnier schlägt, auch wenn ich die die Mannschaften, auf die wir treffen, vorab nur schwer einschätzen kann.

SPORT1: Das erste Spiel geht am Donnerstag (22 Uhr MESZ) gleich gegen Olympiasieger Mexiko, dann folgen im Drei-Tages-Takt die Gruppenspiele gegen Südkorea und Fidschi-Inseln. Was ist ihre Rolle?

Petersen: Mein Hauptaugenmerk muss darauf liegen, Tore zu schießen. Ich versuche auch, eine gewisse Erfahrung einzubringen, ich habe ja doch ein paar mehr Spiele auf dem Buckel als die meisten. Wir haben auch charakterlich eine gute Truppe, so dass ich die kurze Vorbereitung gar nicht als nachteilig empfand.

SPORT1: Bei den ersten Trainingseinheiten sah es so aus, als würde Trainer Horst Hrubesch auf beide Mittelstürmer setzen: auf Davie Selke und Sie. Das wirkt wie eine Antwort darauf, dass Deutschland angeblich keine solchen Stürmer-Typen mehr besitzt. Wie haben Sie die Debatte verfolgt?

Petersen: Es gab schon mal die Debatte um die falsche Neun. Ich habe immer gesagt, dass Mittelstürmer wichtig sind. Jetzt wird wieder danach geschrien. Meiner Meinung nach geht es nicht ohne Stürmer, dafür sind Davie und ich ein gutes Beispiel, weil wir mit unseren Toren zum Aufstieg beigetragen haben.

SPORT1: Kann das Zusammenspiel mit Davie Selke klappen? Sie waren ja zusammen bei Werder Bremen....

Petersen: Als er nach Leipzig ging und ich nach Freiburg haben wir regelmäßig SMS ausgetauscht. Wir verstehen uns gut. Wir sind beide aufgestiegen, haben nach dem direkten Duell die Trikots getauscht und einige Tore geschossen - insofern haben wir alles richtig gemacht.

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