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Markus Rehm sichert sich in Katar WM-Gold
Markus Rehm wird nicht bei den Olympischen Spielen an den Start gehen © Getty Images

Markus Rehm wird in Rio nicht an den Start gehen. Der Prothesenspringer Athlet schließt sich stattdessen einer Arbeitsgruppe an, die sich mit Regeländerungen befasst.

Prothesenspringer Markus Rehm (27) gibt seinen Kampf um einen Start bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro auf.

Dies gab der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) am Freitag bekannt, nachdem sich Rehm mit IAAF-Generalsekretär Jean Gracia getroffen hatte. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) bestätigte den Sachverhalt. Rehm war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

"Rehm [...] bestätigte, dass er keine Nominierung für die Olympischen Spiele in Rio anstrebt", schrieb die IAAF am Ende einer kurzen Stellungnahme. Rehm werde der von Gracia geleiteten Arbeitsgruppe beitreten, die sich mit der Verwendung von Prothesen in IAAF-Wettbewerben befasst. Das nächste Treffen ist im September.

Die Gruppe soll auch eine mögliche Änderung des Regelwerks erörtern mit dem Ziel, Prothesensportlern künftig die Teilnahme an IAAF-Wettkämpfen zu ermöglichen. Ziel für dieses Vorhaben sei die WM 2017 in London. Ob Prothesensportler künftig innerhalb oder außerhalb der Konkurrenz starten sollen, schrieb die IAAF nicht. 

"Immer ein fairer Sportsmann"

"Ich finde diese Entscheidung konsequent, weil den Gutachten zufolge die biomechanischen Abläufe bei Springern mit und ohne Prothese zu unterschiedlich sind, um sie vergleichen zu können. Da entspricht es meinem Sportverständnis, dass man in getrennten Wertungen antritt", sagte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).

An diesem Lösungsansatz werde man auch in Deutschland weiter arbeiten. "Ich habe Markus Rehm immer als fairen Sportsmann erlebt, dass er sich so entschieden hat, unterstreicht dies nur", ergänzte Prokop.

Rehm strebte monatelang eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Rio an und sah sich durch Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie in seinem Anspruch bestätigt. Die IAAF war von den Resultaten der Forscher allerdings nicht überzeugt.

Paralympicssieger Rehm hat eine Bestweite von 8,40 m und wäre damit auch im Medaillenrennen der Olympischen Spiele nicht aussichtslos gewesen.

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