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Olympia
Der McLaren-Bericht bestätigt systematisches Doping in Russland © Getty Images

München - Der McLaren-Bericht bestätigt systematisches Doping in Russland bei Olympia und darüber hinaus. SPORT1 präsentiert die Kernaussagen des Reports.

- Die Kernaussagen:

- Das Moskauer Doping-Labor arbeitete innerhalb eines staatlich gesteuerten, ausfallsicheren Systems, das im Report als "positive Vertuschungs-Methodik" bezeichnet wird, zum Schutz gedopter russischer Athleten.

- Das Doping-Labor in Sotschi betrieb ein einzigartiges Programm zum Austausch von Proben, um gedopten russischen Athleten die Teilnahme an den Olympischen Spielen zu ermöglichen.

- Das russische Sportministerium hat die Manipulation der Test-Ergebnisse der Athleten und des Austauschs der Proben gelenkt, kontrolliert und überwacht, unter aktiver Beteiligung und Assistenz des Geheimdienst FSB, des Trainingszentrums der russischen Top-Athleten (CSP), und der Doping-Labore in Moskau und Sotschi.

- Erkenntnisse zu den Zeugen:

- Dr. Gregori Rodtschenkow ist im Rahmen der Untersuchung als verlässlicher und vertrauenswürdiger Zeuge einzuordnen.

- Auch alle weiteren im Rahmen der Untersuchung befragten Zeugen sind vertrauenswürdig. Ihre Beweise und Aussagen wurden nur dann mit aufgenommen, wenn grundsätzlich berechtigte Zweifel ausgeräumt werden konnte.

- Dem Personal des Moskauer Doping-Labors wurde keine Wahl gelassen, ob es sich am staatlich-gelenkten System beteiligen wollte.

- Erkenntnisse zum Moskauer Doping-Labor:

- Das Moskauer Doping-Labor arbeitete unter staatlicher Aufsicht und Kontrolle.

- Das Personal des Moskauer Doping-Labors war angewiesen, als Teil des vom Staat gelenkten Systems, das russischen Athleten Wettkämpfe ermöglichte, während sie unter dem Einfluss von Doping-Substanzen standen, zu arbeiten.

- Das Moskauer Doping-Labor war das finale und ausfallsichere Schutzschild innerhalb des staatlich-gelenkten Doping-Regimes.

- Zwischen dem 10. September und 10. Dezember 2014 wurden im Moskauer Labor Doping-Proben verfälscht, indem der Urin ausgetauscht wurde.

- Die "positive Vertuschungs-Methodik" wurde in einem Zeitraum von mindestens Ende 2011 bis August 2015 geplant und durchgeführt.

- Die große Mehrheit der russischen Athleten bei Sommer- und Winterspielen profitierten von der "positiven Vertuschungs-Methodik".

- Erkenntnisse zum Labor in Sotschi:

- An der Planung der einzigartigen Proben-Austausch-Methode des Doping-Labors von Sotschi waren das Sportministerium, der FSB, das CSP und das Moskauer Doping-Labor beteiligt.

- Eine vorher ausgewählte Gruppe russischer Athleten, die in Sotschi am Start waren, wurden durch die Proben-Austausch-Methodik geschützt.

- Die Analyse der Testergebnisse des Labors in Sotschi ergab, dass manche Proben einen Salzgehalt aufwiesen, höher als er im Urin eines gesunden Menschen gefunden werden kann. Das bestätigte die Hinweise aus den Interviews, dass den Proben nachträglich Salz beigefügt wurde.

- Jede Probe, die im Rahmen der Untersuchung untersucht wurde, lieferte Hinweise darauf, dass sie manipuliert und die Verschlüsse der Proben entfernt und wiederbenutzt wurden.

- Die DNA-Analyse zeigte, dass bei drei Proben die DNA nicht der des entsprechenden Athleten entsprach.

- Erkenntnisse zum russischen Sportministerium:

- Das Sportministerium traf die Entscheidung darüber, welche Athleten von der "postiven Vertuschungs-Methodik" geschützt werden.

- Der stellvertretende Sportminister traf nach persönlichem Ermessen die Entscheidung darüber, ob Proben verwahrt oder versteckt wurden.

- Russische Offizielle hatten Kenntnis davon, dass in Sotschi russische Athleten am Start waren, die unter dem Einfluss von Doping-Mitteln standen.

- Erkenntnisse zum russischen Geheimdienst FSB:

- Die genaue Methode, mit der das FSB die Proben von Sotschi geöffnet hat, ist nicht bekannt. Die Experten der Untersuchungskommission folgern jedoch aus ihren Erkenntnissen, dass die Verschlüsse geöffnet und wiederverwertet werden können.

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