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Usain Bolt muss im Vorfeld der Olympischen Spiele in Rio einen Rückschlag hinnehmen © getty

Sprint-Superstar Usain Bolt muss wegen einer Oberschenkelverletzung bei den Ausscheidungswettkämpfen für Rio passen. Eine Olympia-Teilnahme ist alles andere als sicher.

Dem schnellsten Mann der Welt läuft für Olympia womöglich die Zeit davon: Superstar Usain Bolt ist bei Jamaikas Rio-Qualifikation in Kingston vor dem 100-m-Finale ausgestiegen und begründete seine Entscheidung mit einer leichten Zerrung im linken Oberschenkel.

Will der 29 Jahre alte Weltmeister seine "goldenen Triples" von Peking 2008 und London 2012 über 100 und 200 m sowie mit der 4x100-m-Staffel in Rio wiederholen können, muss er nach der fälligen Trainingspause laut Vorgabe seines Nationalverbandes für eine "medizinisch begründete Ausnahmegenehmigung" noch einen Leistungsnachweis erbringen. Als "Tag X" fasst der Weltrekordler den 22. Juli mit dem Diamond-League-Meeting in London ins Auge.

"Ich hatte schon nach dem Vorlauf Beschwerden und im Halbfinale wieder. Bei einer Untersuchung wurde eine Zerrung ersten Grades diagnostiziert", erklärte Bolt nach seinem Halbfinalsieg in 10,04 Sekunden seinen Rückzug von sämtlichen Trials-Wettbewerben.

Der ärztliche Befund stellt die leichteste Form einer Oberschenkelverletzung dar. Mediziner sagen für eine vollkommene Genesung einen Zeitraum zwischen wenigen Tagen und einer Woche voraus. Schon im vergangenen Mai hatte Bolt eine Oberschenkelblessur auskurieren müssen.

An seinem ungebremsten Tatendrang ließ Bolt keinerlei Zweifel aufkommen. "Ich habe bereits eine Ausnahmegenehmigung für mich beantragt", postete der sechsmalige Olympiasieger in den sozialen Medien. Dazu ließ sich Bolt bäuchlings auf einer Massageliege bei der ersten physiotherapeutischen Elektroden-Behandlung seiner Verletzung ablichten: "Den Heilungsprozess sofort beginnen", lautete die Bildunterschrift. 

Am Donnerstag will der jamaikanische Verband über den Antrag entscheiden. 

Gleichwohl bedeutet die unplanmäßige Zwangspause rund fünf Wochen vor der Eröffnungsfeier in Rio für Bolt mindestens einen Dämpfer. Sein Formaufbau für Olympia war im bisherigen Saisonverlauf auch eher schleppend als überzeugend verlaufen. Lediglich erst vor gut drei Wochen bei einem Meeting ebenfalls in Kingston hatte der Top-Sprinter in 9,88 Sekunden eine zufriedenstellende Zeit erzielt.

Vor dem Auftritt in Jamaikas Hauptstadt allerdings war bei Bolt war durchaus noch Sand im Getriebe. Mitte Mai bedeutete eine 10,05 in Georgetown im ersten Rennen seit seinem dreifachen WM-Triumph im Sommer 2015 in Peking nur einen mitelmäßigen Saisoneinstieg, zumal sich Bolt dabei erstmals in diesem Jahr leicht am Oberschenkel verletzte. Nur eine Woche später jedoch steigerte sich Bolt in Ostrau immerhin auf 9,98. Am Freitag genügten Yohan Blake in Bolts Abwesenheit 9,95 Sekunden zum knappen Sieg vor Nickel Ashmeade (9,96).

London wird für Bolt nun entgegen seiner bisherigen Planungen zur Stätte der Entscheidung über die Chance auf sein historisches Olympia-Triple statt zum simplen Warmup für Rio. Doch muss sich der Superstar alleine über die Gelegenheit zur nachträglichen Olympia-Qualifikation ausgesprochen glücklich schätzen: Wäre Bolt als US-Amerikaner bei den nationalen Trials ausgestiegen, wären seine Olympia-Träume bereits unwiderruflich geplatzt.

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