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Unaufhaltsam: Nils Petersen im Spiel gegen die Fidschi © Getty Images

München - Nils Petersen netzt gegen Fidschi fünf Mal ein. Mit seinen Toren bewirbt er sich für einen Startelf-Platz im Olympia-Team, langfristig aber auch für höhere Aufgaben.

Im Hofbräuhaus von Belo Horizonte stießen die deutschen Fußballer auf ihre 10:0-Gala gegen Fidschi an.

Bei bester Stimmung genoss das Team mit Fünffach-Torschütze Nils Petersen Leberkäs, Wiener Schnitzel und "Obatzda com Pretzel".

Der Mann des Abends hatte zuvor nur zwei Mal über sieben Minuten rangedurft, im ersten Startelf-Einsatz konnte er gleich überzeugen.

Kein Vergleich zum Liga-Alltag

"Diese fünf Tore kann mir keiner nehmen. Ich werde mich nicht dafür entschuldigen. Ich weiß, dass viele sagen: 'Ach, gegen Fidschi'", erklärte Petersen mit Blick auf den Gegner.

Und gestand, es sei "schon relativ einfach im Vergleich zum Liga-Alltag" gewesen: "So ein Spiel ist für jeden Stürmer ein Geschenk."

Revanche gegen Portugal

Im nächsten Spiel wartet jedoch ein ganz anderes Kaliber.

Hätte Südkorea gegen Mexiko nicht in der Schlussphase noch das Siegtor erzielt, wäre die deutsche Mannschaft trotz zweier mäßiger Leistungen zum Auftakt sogar als Gruppensieger in die Runde der letzten Acht eingezogen.

So aber kommt es im Viertelfinale zum Duell mit der Olympia-Auswahl des frischgebackenen Europameisters Portugal.

Gegen die Portugiesen hatte die deutsche U21 unter Hrubesch im Vorjahr bei der EM in Tschechien im Halbfinale beim 0:5 eine ordentliche Tracht Prügel bezogen.

Auf beiden Seiten werden am Samstag einige Spieler aus jener denkwürdigen Partie in Olmütz auf dem Platz stehen - und natürlich Hrubesch an der Seitenlinie.

Petersen oder Selke?

"Wie ich den Trainer kenne, ist er auch ein bisschen heiß darauf, die Schmach vergessen zu machen", sagte Petersen. Offen ist allerdings, ob er selbst dann wieder von Anfang ran darf oder ob Hrubesch auf den dann gut erholten Davie Selke von RB Leipzig setzt.

"Davie ist auch zwei Spiele ein hohes Pensum gegangen, den brauchen wir auch gegen Portugal wieder", lobte Petersen seinen Sturmkonkurrenten, dem er mit seinem Fünferpack jedoch mächtig Druck gemacht hat: "Mal schauen, was der Trainer da für Schlüsse draus zieht."

Von einem echten Konkurrenzkampf wollte er nicht sprechen: "Davie und ich mögen und respektieren uns."

Empfehlung für höhere Aufgaben

Langfristig dürfte der Freiburger ein anderes Ziel im Sinn haben. Nach der Europameisterschaft im Sommer wurde der Mangel an echten Strafraumstürmern beklagt.

In Mario Gomez hatte das DFB-Team nur einen solchen Typen mit in Frankreich dabei, der zum Halbfinale auch noch verletzt ausschied.

Petersen könnte diese Rolle in der A-Nationalmannschaft in Zukunft übernehmen. Und sein Hunger auf Erfolg ist noch lange nicht gestillt. Trotz Leberkäs und Wiener Schnitzel.

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