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ATHLETICS-OLY-2016-RIO
Usain Bolt steht in Rio dicht vor seinen dritten Olympischen Spielen mit drei Goldmedaillen © Getty Images

Rio de Janeiro - Usain Bolt stürmt in Rio über 200 m zu seinem achten Olympia-Gold und steht dicht vor dem historischen Triple-Triple. Seine Zeit verhagelt dem Sprintstar jedoch die Laune.

Usain Bolt hat seinen Siegeszug auf dem Weg zur Legende fortgesetzt, den erhofften Weltrekord bei den Olympischen Spielen in Rio jedoch verpasst.

Mit persönlicher Jahresbestleistung von 19,78 Sekunden kürte sich der 29-jährige Jamaikaner als erster Sprinter der Geschichte zum dritten Mal in Serie zum Olympiasieger über 200 m.

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Nachdem der US-Amerikaner Justin Gatlin überraschend im Halbfinale wegen Knöchelproblemen gescheitert war, holte sich Andre de Grasse, Olympiadritter über 100 m aus Kanada (20,02), die Silbermedaille, Bronze ging überraschend an Christophe Lemaitre aus Frankreich (20,12).

Usain Bolt über Zeit verärgert

Seit der WM 2007 (Silber hinter Tyson Gay) vor neun Jahren hat Olympiasieger Bolt kein großes Finale mehr über seine erklärte Lieblingsstrecke verloren. Und dennoch: Über seine Vorstellung in der Nacht zum Freitag hegte der amtierenden Weltrekordhalter über die halbe Stadionrunde etwas Groll.

"Ich war nicht glücklich mit der Zeit, als ich über die Ziellinie gelaufen bin", sagte Bolt der BBC. Später erklärte er vor mehreren Journalisten: "Es war schwer in der Kurve, danach haben sich meine Beine schwer angefühlt. Ich werde älter. Ich versuche, es nicht aufs Wetter zu schieben. Ich bin nicht mehr 26 oder 21."

Triple-Triple vor Augen

Bei allem Verdruss über den verpassten Rekord hat Bolt weiter alle Chancen auf das Triple-Triple: Den dritten Gold-Hattrick über 100 m, 200 m und 4x100 m nach 2008 und 2012. 

Mit dann neun Goldmedaillen würde er mit dem Finnen Paavo Nurmi (1920 bis 1928) und Carl Lewis aus den USA (1984 bis 1996) gleichziehen.

Athletics - Olympics: Day 10
Usain Bolt sicherte sich in Rio auch schon über 100 m die Goldmedaille © Getty Images

Das Finale in der Staffel, Bolts letzter Auftritt auf der großen Bühne Olympia, steigt am Freitag (22.35 Uhr OZ/03.25 Uhr MESZ).

Bereits vor dem Rennen präsentierte sich Bolt siegesgewiss und völlig entspannt. Mit dicken Kopfhörern über seiner schwarzen Basecap tanzte und rappte er vor seinen "Gegnern".

Bolt sang, Bolt warf die Hände durch die Luft, er hüpfte und wackelte mit den Hüften, scherzte mit seinem neuen Buddy de Grasse aus Kanada, breitete beim Betreten des Stadions die Arme aus - und dann machte er ernst: Und "Lightning Bolt", der Blitz, schlug wieder ein.

Rechtzeitig fit dank DFB-Doc Müller-Wohlfahrt

Schon über die 100 m (9,81) hatte der Mann aus Trelawny gezeigt, dass er in Rio nicht zu schlagen sein würde. Dabei hatte er während der Saison immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, die jamaikanischen Ausscheidungen hatte Bolt wegen Muskelbeschwerden abbrechen müssen.

Erst nach einem Besuch bei seinem Lieblingsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, dem Arzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, waren die Probleme behoben. Und am Ende war es wie immer: Bolt gewann.

"Alles andere als drei Goldmedaillen wären eine Enttäuschung", hatte Bolt über seine Olympia-Mission nach dem Triumph über 100 m gemeint: "Jemand hat gesagt, ich kann unsterblich werden. Ich brauche noch zwei Goldmedaillen, dann kann ich's unterschreiben: Unsterblich!"

Die Spiele in Rio hätten nur einen Zweck: Der Welt zu zeigen, dass er der "größte Sprinter der Geschichte" ist. Der nächste Schritt dahin ist getan.

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