vergrößernverkleinern
CYCLING-TRACK-OLY-2016-RIO-PODIUM
Kristina Vogel holte die einzige Gold-Medaille auf der Bahn, daher fordert der Bundestrainer jetzt Reformen © Getty Images

Rad-Bundestrainer Detlef Uibel plädiert für eine Zentralisierung des deutschen Sports. "Wir müssen das Kompetenzgehabe beenden", fordert Uibel und nennt ein Vorbild.

Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel hat nach Abschluss der olympischen Bahnradwettkämpfe ein Plädoyer für die Zentralisierung des Spitzensports in Deutschland gehalten.

"Die Zentralisierung muss her, wir müssen die Kräfte stärker zusammenführen und die Mittel dementsprechend auch", sagte Uibel, nachdem sein Schützling Kristina Vogel in Rio de Janeiro zu Gold gesprintet war.

Die Frage nach der Struktur begleite ihn seit drei Olympiaden, sagte Goldschmied Uibel. Er erwarte auch diesmal, "dass man sich die Zeit nimmt und wirklich kritisch über die inhaltliche Gestaltung spricht". Geld sei nicht das entscheidende Problem. "Wir müssen nur in der Lage sein, über die Grenzen hinauszudenken und dieses Kompetenzgehabe beenden", sagte Uibel.

Briten als leuchtendes Vorbild

Als leuchtendes Beispiel dient ihm der britische Radsport. "Nach den Briten fängt der Rest der Welt an, sie haben das bessere System, das wissen wir nicht erst seit heute", betonte Uibel. Es sei zwar nicht kopierbar, was Team GB mache, "aber wenn man darauf hinweist, will das keiner hören".

Uibel hofft, nach den Sommerspielen in Diskussionen eingebunden zu werden und mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) "offen" über Schlussfolgerungen und Konsequenzen reden zu können. Für den 57-Jährigen, der Anteil an deutlich mehr als 20 WM-Titeln und 13 Olympiamedaillen hat, ist das Kräftebündeln die Grundlage, "wenn wir langfristig konkurrenzfähig bleiben wollen."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel