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Adrian Carambula (r.) zählt schon jetzt zu den kreativsten Athleten in Rio © Getty Images

Rio de Janeiro - Adrian Carambula war Fußballspieler, seit 2015 mischt der Italiener das Beachvolleyball mit einem Trick auf. Auch bei Olympia entnervt er seine Gegner, die Fans johlen.

Nach dem Spiel stapfte Adrian Carambula noch einmal aufs Feld, warf den Ball in die Luft und schlug ihn auf die Tribüne des 12.000 fassenden Beachvolleyball-Stadions an der Copacabana.

Die Zuschauer johlten, schon am ersten Olympia-Tag hatten die Zuschauer ihren Liebling gefunden. Die Begeisterung hat vor allem einen Grund: den Aufschlag des 28 Jahre alten italienischen Nationalspielers. 

Der "Skyball" ist Carambulas Markenzeichen. Beliebt bei den Zuschauern, gehasst bei den Gegnern.

Der etwas andere Aufschlag

Carmbula stellt sich stets ganz außen an die Grundlinie und schlägt den Ball von unten mit viel Rotation in den Himmel - so hoch, dass die Zuschauer den Kopf in den Nacken legen, während die Gegner schon darüber nachdenken, wo in ihrem Feld der Ball wohl einschlagen wird, oder wohin er bei der Annahme aufgrund des Dralls springt.

"Die Idee dahinter ist es, den Annahmespieler aus dem Rhythmus zu bringen", verrät Carambula: "In Miami hatten wir am Strand immer einen heftigen Wind. Dort habe ich das perfektioniert", sagt er.

Bei seinem Auftaktspiel in Rio gelang ihm mit diesem Aufschlag ein Ass gegen Alexander Horst und Clemens Doppler aus Österreich: In zwei Sätzen gewann er mit Partner Alex Ranghieri.

Erst Suarez-Kollege, jetzt Beachvolleyballer

So ungewöhnlich sein Aufschlag, so ungewöhnlich ist auch die Lebensgeschichte von Carambula. Geboren ist er in Uruguay, als er 14 Jahre alt war, wanderten seine Eltern mit ihm in die USA aus auf der Suche nach einem besseren Leben. Den Sport, in dem er groß geworden war, musste er allerdings aufgeben.

"Eigentlich war ich Fußballer, habe sieben Jahre mit Luiz Suarez gespielt", erzählt er. Aus einer Karriere an der Seite des Barcelona-Stars wurde nichts, eine Leistenverletzung trieb ihn dann aber in den Sand.

Während der Reha verbrachte Carambula viel Zeit an den Stränden Miamis und schaute den Beachvolleyballern zu. "Irgendwann habe ich ein wenig mitgemacht und als ich wieder gesund war, habe ich angefangen, mich intensiver mit dem Sport zu beschäftigen."

Ein kreativer Analytiker

Carambula begegnete vielen Zweiflern, die aufgrund seiner Körpergröße (1,83 Meter) und seiner mangelnden Athletik nicht daran glaubten, dass er es weit bringen könnte. Doch Carambula ist eben ein ausgesprochen kreativer Spieler. Und er ist ein herausragender Analytiker.

"Es ist meine Leidenschaft, das Spiel zu studieren. Das muss ich auch machen, denn physisch kann ich die Anderen nicht schlagen", sagt er.

Die Zuschauer begeistert er mit seiner außergewöhnlichen Spielweise. Mal pritscht er einfach den zweiten Ball über das Netz, mal spielt er seinem Partner direkt aus der Annahme zu. "Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, wusste ich sofort, dass ich mit ihm spielen will", sagt sein Partner Ranghieri. 

Probleme mit Freigabe

Doch bis dahin war es ein komplizierter Weg. Durch seine italienische Großmutter besitzt Carambula zwar die italienische Staatsbürgerschaft, doch die Freigabe war nicht so einfach zu bekommen. 

Obwohl er keine internationalen Turniere gespielt hatte, war er vom Weltverband FIVB beim amerikanischen Verband gelistet worden. Erst seit 2015 ist er deswegen auf der World  "Ich bin froh, dass ich jetzt spielen darf", sagt Carambula, "ich war die ganze Zeit bereit."

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