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Rio de Janeiro - Die überführte Doperin Julia Jefimowa sorgt mit Schwimm-Silber in Rio für Aufsehen. Britta Steffen reagiert bei SPORT1 fassungslos - und fordert harte Konsequenzen.

Es war der Aufreger der ersten Tage bei den Olympischen Spielen in Rio: Die überführte Dopingsünderin Julia Jefimowa schwamm über 100 Meter Brust zu Silber - und die Konkurrenz reagierte mit geballter Abneigung.

Egal ob Goldmedaillen-Gewinnerin Lilly King, der deutsche Bundestrainer Henning Lambertz oder Rekord-Olympionike Michael Phelps, der von "einem schwarzen Tag für den Sport" sprach.

Am Tag danach sorgte der Fall der 24 Jahre alten Jefimowa auch bei der einstigen deutschen Vorzeigeschwimmerin Britta Steffen für Kopfschütteln.

"Julia Jefimowa ist ein Thema für sich", sagte die zweifache Olympiasiegerin von 2008 im Gespräch mit SPORT1 und gestand, sie sei eigentlich "sehr erleichtert" gewesen, "als es hieß, dass sie nicht hier antreten würde".

Dann aber klagte die Russin ihren Start vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS ein - und schwamm prompt aufs Podest. Für Steffen eine Farce.

Britta Steffen: "Nicht in Ordnung"

"Ich bin geschockt, wie man jetzt mit dem Fall umgeht und dass es möglich ist, als Dopingsünderin eine Medaille bei Olympia abzusahnen. Ich bin wirklich nicht dafür, dass sie hier hätte schwimmen dürfen", klagte Steffen.

Es gebe jedoch "höhere Mächte, die das entschieden haben - und jetzt muss man mit der Situation leben wie sie ist, obwohl es nicht in Ordnung ist".

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War die Einzige, die über ihre Medaille lachen konnte: die russische Schwimmerin Julia Jefimowa © Getty Images

Aus gänzlich anderen Gründen nicht in Ordnung fand die Situation nach ihrem Rennen auch Jefimowa selbst. "Ich habe immer hart gekämpft und keine Anerkennung bekommen", sagte sie im brasilianischen Fernsehen und erklärte, sie fühle sich ungerecht behandelt.

Geht es nach der einstigen 100-Meter-Freistil-Weltrekordlerin Steffen sollten auf überführte Dopingsünder künftig jedoch noch viel härtere Strafen warten.

"Grundsätzlich bin ich dafür, dass wenn klar ist, dass jemand wissentlich gedopt hat, er überhaupt nicht mehr an internationalen Wettkämpfen teilnehmen kann", forderte Steffen bei SPORT1 und erklärte: "Dann wäre die Strafe vielleicht so groß, dass man das Risiko nicht eingehen wollen würde."

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