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Der deutsche Kanuslalom-Trainer Stefan Henze schwebt nach einem schweren Verkehrsunfall in Rio de Janeiro in Lebensgefahr © Getty Images

Der Zustand des schwer verunglückten Stefan Henze bleibt weiter ernst. Mannschaftsarzt Dr. Wolfarth lobt entgegen anderslautender Meldungen die medizinische Erstversorgung.

Der schwer verunglückte Kanuslalom-Trainer Stefan Henze schwebt weiter in Lebensgefahr. Das gab Olympia-Mannschaftsarzt Prof. Dr. Bernd Wolfarth am Samstagmorgen in Rio de Janeiro bekannt.

"Es ist eine sehr schwere Verletzung, er ist in einem lebensbedrohlichen Zustand, der sich in den letzten zwölf Stunden nicht verändert hat", sagte Wolfarth.

Der Berliner Sportmediziner betonte, dass die Rettungskette infolge des Unfalls am frühen Freitagmorgen "schnell funktioniert" habe. Henze sei im nächstgelegenen Krankenhaus "schnell stabilisiert" worden und dann in eine Spezialklinik überführt worden. "Das hätte man in Deutschland auch nicht schneller umgesetzt", sagte Wolfarth.

Über den weiteren Fortgang der Dinge wollte er "keine unnötigen Spekulationen" anstellen. Man sei in ständigem Kontakt mit der Klinik. Nach Auskunft von Chef de Mission Michael Vesper sind Henzes Angehörige mittlerweile auf dem Weg nach Rio.

Der Unfall hatte sich am frühen Freitagmorgen ereignet. Henze und der Sportwissenschaftler Christian Käding, der auch zum Team der Slalom-Kanuten gehört, saßen in einem Taxi, als der Unfall passierte. Das Auto sei laut Vesper "frontal gegen ein Hindernis geprallt". Während Käding nur leicht verletzt wurde, erlitt Henze ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

Betroffenheit groß

Am Freitagabend beim täglichen Empfang im Deutschen Haus im Stadtteil Barra, wo sich auch der Unfall ereignet hatte, war die Stimmung gedrückt. "Wir würden gerne gute Nachrichten verbreiten, aber wir können nur Daumen drücken und beten", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Der aus Halle an der Saale stammende Henze war früher selbst erfolgreicher Slalom-Kanute. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gewann er im C2 mit Marcus Becker Silber, 2003 war das Duo Weltmeister, 2008 Europameister mit dem Team. In Rio betreute Henze Melanie Pfeifer (Augsburg), Starterin im Kajak-Einer.

DHB-Team denkt an Henze

Umgehend nahmen auch andere deutsche Teams in Rio Anteil am Schicksal des Verunglückten. "Aus Respekt vor dem schwer verunglückten Stefan Henze und seinen Angehörigen haben wir uns etwas zurückgehalten", sagte Reiterin Isabell Werth nach dem Mannschafts-Gold in der Dressur: "Angesichts einer solchen Tragödie wollten wir nicht rumhüpfen."

Der Deutsche Hockey-Bund (DHB) twitterte nach dem 2:1 gegen den Erzrivalen Niederlande: "Bei aller Freude über unseren Sieg denken wir an Kanuslalom-Trainer Stefan Henze nach dem schwerem Verkehrsunfall in Rio!"

Der bei dem Unfall leicht verletzte Sportwissenschaftler Christian Käding, der auch zum Team der Slalom-Kanuten gehört, ist nach DOSB-Angaben bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. "Ihm geht es den Umständen entsprechend gut", teilte der DOSB mit.

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