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Die Kritik an IOC-Präsident Thomas Bach ebbt nicht ab © Getty Images

Ex-WADA-Chefermittler Jack Robertson kritisiert die Anti-Doping-Agentur sowie IOC-Chef Thomas Bach scharf. Bach schütze russische Whistleblower nicht ausreichend.

Der ehemalige Chef-Ermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, Jack Robertson, hat angesichts des russischen Doping-Skandals sowohl WADA-Präsident Craig Reedie als auch IOC-Chef Thomas Bach kritisiert.

"Die Leute, mit denen ich bei der WADA zusammengearbeitet habe, waren einfach unglaublich. Aber ich habe das Gefühl, dass sie von ihrer Führung verraten worden sind", sagte Robertson im Interview mit der investigativen Journalismus-Website ProPublica.

"Wir haben es bei der FIFA gesehen. Man muss den Chef und alle seine Handlanger loswerden. Und alle, die sie in den Entscheidungen unterstützt haben", sagte Robertson, der bis Januar für die WADA arbeitete: "Es ist wie Krebs. Wenn man nicht alles los wird, kann es schlimmer zurückkommen."

Dem IOC-Präsidenten Thomas Bach warf Robertson vor, die Whistleblower, die das Doping-System in Russland aufgedeckt hatten, nicht ausreichend zu schützen.

Der russischen Leichtathletin Julia Stepanowa verweigerte das IOC den Start bei den Olympischen Spielen in Rio. "Wir können nicht immer einfach von Skandal zu Skandal weitermachen. Und wenn dieser Skandal nicht genug ist, um eine Änderung zu bringen, dann wird gar nichts dazu führen."

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