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Christoph Harting warf im Diskus-Finale persönliche Bestleistung © Getty Images

Der Chef de Mission begründet das Verhalten von Diskus-Olympiasieger Christoph Harting mit dessen fehlender Erfahrung auf einer solchen Bühne und zeigt Verständnis.

Chef de Mission Michael Vesper hat Diskus-Olympiasieger Christoph Harting dessen Auftritt während der Siegerehrung verziehen.

"Ich fand das Verhalten bei der Siegerehrung nicht gut. Aber er hat bisher noch keine Übung gehabt, auf dem Siegertreppchen bei Olympischen Spielen", sagte Vesper und nahm den Berliner in Schutz: "Er war noch im Wettkampfmodus. Wenn er noch eine Medaille hier gewinnen würde, würde er es mit Sicherheit anders machen. Man sollte das nicht allzu hoch spielen."

Auch Hartings Gebaren gegenüber der Presse nach seinem Gold-Coup bewertete Vesper milde. "Er ist halt nicht der Mensch, der gerne in die Medien geht. Das muss man ihm zugestehen", sagte Vesper: "Das Thema ist für mich mit seiner heutigen Erklärung erledigt. Und wie er diese Goldmedaille gewonnen hat, ist für mich eine der vielen Geschichten, die Olympia schreibt. Das ist einfach großartig."

Harting hatte vier Jahre nach seinem großen Bruder Robert am Samstag sensationell Gold im Diskuswerfen gewonnen. Danach irritierte der 25-Jährige jedoch, verweigerte zunächst ein Statement gegenüber den Medien und machte Faxen beim Abspielen der Nationalhymne.

Für sein Verhalten bat Harting am Samstagabend um Verzeihung. "Ich war noch voller Energie. Ich hätte mit den Dingen vielleicht anders umgehen können", sagte Harting bei einem Gespräch im Deutschen Haus: "Ich wollte es genießen, auf meine Weise. Ich möchte mich bei allen, die sich auf den Schlips getreten fühlen, entschuldigen."

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