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Bei Dopingproben rund um das kenianische Team gab es Unregelmäßigkeiten
Bei Dopingproben rund um das kenianische Team gab es Unregelmäßigkeiten © Getty Images

In Kenia werden drei Spitzenfunktionäre festgenommen. Es geht um die Skandale des kenianischen Olympia-Teams bei den Spielen in Rio.

Die Krise im kenianischen Sport eskaliert: Laut Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP sind am Samstagmorgen die Räumlichkeiten des Nationalen Olympischen Komitees von Kenia (NOCK) von der Polizei wegen Korruptionsverdacht untersucht worden.

Laut Augenzeugenberichten wurden "mehrere Dutzend Kartons" mit Sportbekleidung des Ausrüsters Nike sichergestellt, welche Athleten abgenommen oder vorenthalten worden sein sollen. Zuvor waren Meldungen zufolge inzwischen drei NOCK-Spitzenfunktionäre verhaftet worden.

Den Angaben aus Behördenkreisen zufolge war zunächst NOCK-Generalsekretär Francis Paul wegen der Skandale um das Olympia-Team in Rio de Janeiro in seinem Haus festgenommen worden, ehe sein Stellvertreter James Chacha und Chef de Mission Stephen Arap am späten Freitagabend auf dem Flughafen der kenianischen Hauptstadt Nairobi bei ihrer Heimkehr aus Brasilien abgeführt wurden.

Untersuchung nach Olympischen Spielen

Offiziell bestätigt hat die Polizei die Vorgänge um die drei NOCK-Funktionäre bislang noch nicht.

Das Trio befindet sich seit seiner Festsetzung angeblich auf einer Polizeiwache zu Vernehmungen in Arrestzellen. Gegen Paul erließen die Behörden offenbar nach einer Befragung durch Regierungsbeamte Haftbefehl. Chacha und Arap sollen am Montag verhört werden.

Kenias Regierung hatte vor Wochenfrist eine Untersuchung zum Auftritt des Olympia-Teams in Rio eingeleitet. In Brasilien war das ohnehin von massiven Dopinggerüchten belastete Läuferland trotz 13 gewonnener Medaillen (6/6/1) verstärkt ins Zwielicht geraten.

So hatte sich Leichtathletik-Trainer John Anzrah bei einer Doping-Kontrolle angeblich für den 800-m-Läufer Ferguson Rotich ausgegeben.

Einen Tag später hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) jedoch erklärt, der Trainer habe sich im Kontrollbereich mit einer falschen Akkreditierung aufgehalten und sei von einem Doping-Kontrolleur aufgefordert worden, eine Probe abzugeben. Noch bevor Anzrah dies tat, sei die Verwechslung aufgefallen. 

Rotich suspendiert

Zudem hatte die Ethikkommission des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF den kenianischen Olympia-Funktionär Michael Rotich vorläufig suspendiert.

Rotich soll den Zeitpunkt von Kontrollen an betroffene Sportlern verraten haben. Außerdem hatte das NOCK Kenias Speerwurf-Weltmeister Julius Yego offenbar kein Flugticket nach Rio de Janeiro gebucht.

Am vergangenen Donnerstag verkündete Kenias Sportminister Hassan Wario daraufhin die Auflösung des NOCK. Paul hatte Wario unmittelbar darauf die Befugnis für eine solche Entscheidung abgesprochen.

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