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Mark Warnecke ist ehemaliger deutscher Schwimmer
Mark Warnecke gewann 1996 in Atlanta die Bronzemedaille © getty

Der ehemalige Schwimmer begrüßt eine hohe Medaillenprämie bei Olympischen Spielen, warnt aber auch vor Missbrauch. Bei der Russland-Entscheidung ist er zwiegespalten.

Der frühere Schwimm-Weltmeister Mark Warnecke fordert für Olympiasieger und weitere Spitzensportler aus Deutschland eine strukturiertere Zukunftssicherung. Er sprach sich für einen zweckgebundenen Einsatz von Medaillenprämien bei Olympischen Spielen aus.

"Der Grundgedanke, den ich hier sehe, ist, für junge Menschen Anreize zu schaffen, um sich auch in Zukunft überhaupt auf das Abenteuer Leistungssport einzulassen", sagte der 46-Jährigen im Interview mit der Deutschen Sporthilfe.

Sportler vor Hartz IV bewahren

Dem Vorschlag von Bundestrainer Henning Lambertz, einen Olympiasieg mit einer Million Euro zu honorieren, stimme Warnecke "vom Grundsatz her zu", schränkte aber ein: "Sportler sollen durch einen Sieg bei Olympia nicht reich werden und sich dann Porsche und Ferraris kaufen können. Aber sie sollen durch den Sport auch keinen Nachteil im späteren Leben haben."

Daher plädiere er dafür, dass eine Prämie "zweckgebunden eingesetzt wird", etwa für die berufliche Ausbildung. "Das Schlechteste, was uns passieren könnte, ist, wenn unsere Olympiasieger später Hartz-IV-Empfänger werden."

Deutsche Olympiasieger in Rio erhalten von der Sporthilfe eine Prämie von 20.000 Euro. Für Silber schüttet das Sozialwerk des deutschen Sports 15.000 Euro aus und für Bronze 10.000 Euro. Die Staffelung geht bis zu 1500 Euro für einen achten Platz herunter.

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Warnecke kritisiert Russland-Entscheid

Beim  ausgebliebenen Ausschluss Russlands ist Warnecke derweil zwiegespalten. "Ich kann diese Frage nicht auf den Sport reduzieren. Für mich spielt hier auch die weltpolitische Situation eine Rolle", findet der Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1996: "Ich kann sie aus Sicht des Sports nicht befürworten, aus gesellschaftspolitischer Sicht aber auch nicht kritisieren."

Für den 46-Jährigen sei wichtig, "dass die Leistung sauber erbracht wird. Und in Deutschland sind wir da sehr sauber." Dann werte er auch vierte, fünfte oder sechste Plätze als Erfolg.

Koch "komplettester Brustschwimmer"

Den ganz großen Sprung traut der heutige Humanmediziner derweil Marco Koch zu. "Er ist aktuell weltweit der kompletteste und beste Brustschwimmer", findet Warnecke, warnt jedoch auch: "Er hat selbst gesagt, für Gold muss er wahrscheinlich Weltrekord schwimmen. Und dafür braucht man einfach einen perfekten Tag. Das wünsche ich ihm für Rio."

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