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Wechsel bei den deutschen Handballern: EM-Kapitän Steffen Weinhold rückt vor dem Spiel gegen Brasilien für den angeschlagenen Patrick Groetzki in den Kader.

Der EM-Kapitän ist zurück an Bord! Bei den Handballern rückt nach der zweiten deutschen Vorrundenpartie bei den Olympischen Spielen Steffen Weinhold vom THW Kiel für den am Knie angeschlagenen Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) in den Kader.

Den Austausch der beiden Linkshänder verkündete Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Mittwochmorgen (Ortszeit) im Olympischen Dorf.

"Ich habe das gestern erfahren und mich natürlich gefreut", sagte Weinhold SPORT1: "Wichtig ist, dass wir uns jetzt gut vorbereiten und die Brasilianer analysieren."

Weinhold voll einsatzfähig

Die DHB-Auswahl trifft nach zwei Siegen zum Auftakt gegen Schweden und Polen am Donnerstag (21.40 Uhr deutscher Zeit) auf Gastgeber Brasilien - für Sigurdsson schon ein "Endspiel" um den Viertelfinaleinzug.

Weinhold hatte sich in der Vorbereitung einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen, ist nun aber wieder voll einsatzfähig. 

"Ich habe, seit wir in Rio sind, komplett mit der Mannschaft mittrainiert. Natürlich war man am Anfang ein bisschen vorsichtiger. Aber seit einigen Tagen denke ich gar nicht mehr über meinen Körper nach und bin sicher, dass ich wieder hunderprozentig gesund bin."

"Wir wissen, dass er gut drauf ist. Steffen wird sich auf seine Art und Weise hier einbringen", sagte Sigurdsson: "Seit einer Woche, zehn Tagen ist er wieder unter Volldampf im Training." Er werde im Laufe des Tages vom Außenquartier ins Olympische Dorf ziehen, Groetzki innerhalb der nächsten drei Tage die Heimreise antreten, teilte der DHB mit.

Trost von Gensheimer

Natürlich sei Groetzki "bitter enttäuscht", sagte DHB-Vize Bob Hanning, und Sigurdsson erklärte: "Er hatte schon vor dem Turnier einen kleinen Schaden im Knie und braucht ein paar Tage. Die haben wir hier leider nicht."

Kapitän Uwe Gensheimer, langjähriger Mannschaftskamerad Groetzkis bei den Rhein Neckar-Löwen, sagte zu SPORT1: "Es tut uns allen unheimlich leid für ihn, aber so ist nun mal die Situation. Wir haben probiert, ihn so gut wie möglich aufzubauen, gerade ich als Zimmerpartner." 

Fäth und Lichtlein stehen bereit

Das Reglement besagt, dass ein verletzter Spieler im 14er-Kader bis zum Viertelfinale ausgetauscht werden darf. Zudem könnte Sigurdsson im Falle weiterer Verletzungen auch noch bis zum Finale auf die Ersatzleute Steffen Fäth und Torwart Carsten Lichtlein zurückgreifen.

Weinhold hatte beim EM-Triumph den damals verletzten Gensheimer als Spielführer vertreten, war aber seinerseits vor den Finalspielen verletzt ausgeschieden.

Nach Brasilien warten in der Vorrundengruppe B noch Slowenien (Samstag) und Ägypten (Montag) auf die deutsche Auswahl, die nun in Tobias Reichmann mit einem nominellen Rechtsaußen auskommen muss.

"Wir gehen das gleiche Risiko ein wie auf Linksaußen mit nur einem gelernten Spieler", erklärte Sigurdsson: "Wir wissen, dass Fabian Wiede und Kai Häfner als Rechtsaußen Erfahrung haben. Es war gut, Steffen hier zu haben und auf ihn zurückgreifen zu können." 

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