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Horst Hrubesch (l.) zusammen mit Hansi Flick
DFB-Sportdirektor Hansi Flick (r.) und der scheidende Trainer Horst Hrubesch © Getty Images

Rio de Janeiro - DFB-Sportdirektor Hansi Flick schwärmt nach dem verlorenen Olympia-Finale von Horst Hrubesch. Die gesamte Olympia-Mission sei ein voller Erfolg gewesen.

DFB-Sportdirektor Hansi Flick erklärt den Erfolg der deutschen Silbermedaillengewinner bei Olympia in Rio de Janeiro auch mit der besonderen Persönlichkeit des scheidenden Trainers Horst Hrubesch.

"Horst ist einfach ein Mensch. Er kommt bei den Jungs gut an", sagte er im Gespräch mit SPORT1 nach dem dramatischen Elfmeterkrimi im Finale: "Er ist immer ehrlich zu ihnen, auch wenn das dann nicht jeder in dem Moment gerne hört. Er sagt klare Worte, nimmt einen dann aber auch direkt wieder in den Arm. Das sind Dinge, die kannst du nicht lernen. Ich vermisse ihn jetzt schon."

"Sensationelle Leistungen"

Die deutsche Auswahl war Gastgeber Brasilien nach hartem Kampf erst im Shotout unterlegen, hatte aber dabei "Silber gewonnen", wie Flick betonte: "Auch wenn es nicht wie Gold glänzt: Die Mannschaft hat in dem Turnier sensationelle Leistungen abgerufen. Wir können stolz sein. Ich denke in Deutschland ist rübergekommen, dass die Mannschaft alles gegeben hat."

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Gerade die couragierte Leistung vor 70.000 frenetischen Zuschauern im legendären Maracana beeindruckte Flick: "Mit der Kulisse kommt nicht jeder zurecht. Uns war klar, dass wir gnadenlos ausgepfiffen werden. Die Mannschaft hat das gut angenommen und am Ende mit ihrer Ehrenrunde noch einmal gezeigt, was Fairplay ist. Das ist dann auch honoriert worden."

Die gesamte Mission Olympia sei "absolut perfekt" gelaufen, inklusive des Einzugs ins Olympische Dorf, nachdem die Spiele vor dem Finale in Salvador, Belo Horizonte, Brasilia und zuletzt Sao Paulo über die Bühne gegangen waren: "Jeder der Spieler ist absolut begeistert, was dort abläuft, das ist fantastisch. Gigantisch, wenn die Topathleten neben dir sitzen. Das ist anders als wir es vom Fußball kennen. Von diesem Erlebnis können sie noch lange erzählen."

Beeindruckt von anderen Sportarten

Ein Sonderlob erhielten die drei "Oldies" im Kader, Nils Petersen sowie die Bender-Brüder Lars und Sven: "Es war klasse, was die älteren drei für eine Mentalität in der Truppe verankert haben. Sie haben die Jungs geführt, dadurch sind dann andere in den Fokus geraten. Die Erfahrung Olympia wird sie noch besser machen."

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Ihn persönlich hätten die Leistungen und Trainingsumfänge der Sportler aus anderen, weniger gut dotierten Sportarten schwer beeindruckt, berichtete Flick und regte an: "Vielleicht muss bei uns in Deutschland mal ein Umdenken stattfinden, dass Leistung auch belohnt wird in anderen Sportarten. Man muss die Voraussetzungen schaffen, um Topleistungen zu bringen."

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