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Hockey - Olympics: Day 14
Die deutsche Nationalmannschaft bejubelt den Gewinn der Bronzemedaille © Getty Images

Deutschland gewinnt ein packendes Duell gegen Neuseeland. Matchwinnerin ist Torhüterin Kristina Reynolds, die danach die Hockey-Männer zur Party einlädt.

Torhüter-Titanin Kristina Reynolds umarmte all ihre Kolleginnen, dann begannen die Hockey-Heldinnen gemeinsam zu hüpfen und zu singen.

"Oh, wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen ..." Und es stimmte ja: Mit Bronze bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro haben die deutschen Hockey-Frauen ihre erste Medaille seit dem Olympiasieg 2004 in Athen errungen - dank Reynolds.

"Aus dem letzten Loch gepumpt"

"Wir sind ein unfassbares Team, mit einem unbändigen Willen", sagte Reynolds. Die Mannschaft habe "auf dem letzten Loch gepumpt".

"Was für ein Team. Was für ein Wille. Was für ein Turnier. Rio-Danke für alles.  Bronze ist das neue Gold! Wir sind unfassbar stolz! Noch nicht zu glauben", posten die Danas bei Facebook
"Was für ein Team. Was für ein Wille. Was für ein Turnier. Rio-Danke für alles. Bronze ist das neue Gold! Wir sind unfassbar stolz! Noch nicht zu glauben", posten die Danas bei Facebook © facebook.com/diedanas

Doch für eine ausgelassene Party werde es noch reichen. "Es wird eine lange Nacht", meinte Reynolds, und fügte mit Blick auf das ebenfalls mit Bronze dekorierte Team um Moritz Fürste an: "Ich hoffe, die Männer feiern nochmal mit. Ich brauche jetzt viel zu trinken."

Das erste Bier gab es direkt vor dem Stadion. Zu wummernden Bässen tanzten die Frauen wie beseelt und sangen immer wieder: "Ein Hoch auf uns!" Ein Party-Ende im Deutschen Haus um vier morgens wie bei den Männern werde es nicht geben, kündigte Nike Lorenz mit einem Augenzwinkern an: "Die kriegen uns da nicht raus."

Mit Kampfgeist zum Zittersieg

Die Torfrau mit dem blauen Trikot und der Nummer 32 hielt (fast) alles - und brachte Neuseeland beim 2:1 (0:0) zur Verzweiflung. Es war ein Zittersieg für die "Mädels" von Bundestrainer Jamilon Mülders, die nach dürren Jahren zurück in der Weltspitze sind.

"Mir ist scheißegal, wie es aussah, wir haben die Medaille", sagte Mülders, "die Entwicklung ist bemerkenswert. Wir kommen von Platz sieben in London." Kapitänin Janne Müller-Wieland meinte: "Wahnsinn, wir sind unfassbar stolz, es war unsere Aufopferungsbereitschaft, wir haben mit Mann und Maus verteidigt." Lisa Altenburg ergänzte: "Dass wir auf dem Podest stehen, ist unglaublich."

Nach einer schwachen ersten Halbzeit, in der die überragende Reynolds die DHB-Frauen im Spiel hielt, kam die Mannschaft wie verwandelt aus der Kabine.

Charlotte Stapenhorst vollendete einen wunderbaren Spielzug zur Führung (34.), Lisa Schütze legte mit einem eleganten Lupfer kurz darauf nach (38.). Mit dem Abpfiff des dritten Viertels verkürzte Olivia Merry (45.) - danach begann das große Zittern.

Zweite Medaille für DHB

Mit zwei dritten Plätzen erwiesen sich die Mannschaften des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) erneut als Medaillenlieferanten.

Erstmals seit 2004, als die Frauen in Athen Gold und die Männer Bronze gewannen, gab es in Brasilien wieder zwei Medaillen, nachdem sich die Männer am Vortag die Niederlande nach Penaltyschießen (4:3) besiegt hatten.

Ein Novum ist Bronze für die Damen - das gab es noch nie.

Reynolds verhindert Rückstand

Die Frauen hatten zunächst erhebliche Schwierigkeiten mit dem aggressiven Pressing der "Blacksticks".

Aus der Umklammerung konnten sich die "Danas" selten befreien, es fehlten die langen, geschlenzten Pässe in die Spitze hinzu kamen schlechte Abspiele beim Spielaufbau.

Doch immerhin hatte Torhüterin Reynolds wieder mal einen Sahnetag erwischt - und die Party konnte starten.

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