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HOCKEY-OLY-2016-RIO-NED-GER
In einem packenden Duell behält Deutschland die Oberhand © Getty Images

Die deutsche Nationalmannschaft unterliegt dem Topfavorit aus den Niederlanden in einem packenden Duell samt Shootout. Nun winkt "nur noch" die Chance auf Bronze.

Das Wunder von Rio war ganz nah, doch nach einem dramatischen Penalty-Schießen sind die deutschen Hockey-Frauen nur knapp an einer Sensation vorbeigeschrammt.

Die Mannschaft von Trainer Jamilon Mülders unterlag im Shootout dem haushohen Favoriten Niederlande denkbar knapp mit 3:4 und verpasste damit den Einzug ins Endspiel. Nach 60 packenden Minuten hatte es 1:1 (1:1) gestanden. Am Freitag spielt Deutschland aber wie die Männer immerhin um Bronze.

Lisa Schütze brachte Deutschland im ersten Viertel nach einer Strafecke von Julia Müller per Abstauber in Führung (10.). Die Antwort der Niederlande ließ aber nicht lange auf sich warten: Maartje Paumen traf per kurzer Ecke zum Ausgleich (16.). 

Hauke weint, Mülders treibt schon wieder an

Bis zur Schlusssirene hielt die deutsche Mannschaft allen Angriffen der Niederländerinnen stand, rettete sich ins Penalty-Schießen: Nach einem Hin und Her vergab schließlich die unglückliche Marie Mävers den entscheidenden siebten Versuch. 

"Das war nur das Glück, das den Unterschied gemacht hat", sagte Franzisca Hauke unter Tränen. Mülders richtete den Blick direkt nach vorne. "Wir ziehen das hier weiter durch! Ich lasse nicht zu, dass ihr nachlasst", rief er den Spielerinnen im Kreis zu. 

Blitzschnelle Offensive gegen hellwache Defensive

Dabei war die Sensation so nah. "Heute ist der Tag, macht euch unüberwindbar", hatte Kapitänin Janne Müller-Wieland vor dem Spiel voller Entschlossenheit im Mannschaftskreis gerufen. Und Deutschland startete bei brütender Mittagshitze mutig in die Partie, ärgerte den Olympiasieger von 2012, den Weltmeister 2014, die Nummer eins der Welt.

Vier Tage nach dem 0:2 im Gruppenspiel gegen Oranje, das der Favorit klar dominiert hatte, zeigte sich die Mülders-Mannschaft zu Beginn viel offensiver. Das Selbstvertrauen aus dem starken Auftritt beim 2:1 im Viertelfinale gegen die USA war spürbar.

Auch die Niederlande deuteten ihre Qualitäten schnell an. Bei Ballgewinnen schaltete der Favorit blitzschnell um, doch die Innenverteidigung um Müller-Wieland und die junge Nike Lorenz zeigte sich zunächst genauso hellwach wie Torhüterin Kristina Reynolds beim ersten Torschuss (8.).

Kurz darauf holte Schütze frech die erste kurze Ecke heraus - die Führung.

Lorenz mit Platzwunde raus

Die Niederlande reagierten wütend und drückten die "Danas" nach dem Ausgleich weiter in die Defensive, die nach einem Zweikampf zudem vorübergehend dezimiert wurde.

Lorenz musste wegen einer Platzwunde behandelt werden, doch auch ohne die 19-Jährige hielt die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) das Unentschieden.

Weiter geht es am Donnerstag mit dem kleinen Finale der Männer - ebenfalls in einem erneuten Aufeinandertreffen mit dem Erzrivalen Niederlande (12.00 Uhr OZ/17.00 Uhr MESZ).

"Wir müssen zusehen, dass wir das jetzt verdauen", sagte Kapitän Moritz Fürste nach der 2:5-Klatsche gegen Argentinien im Halbfinale: "Wir können noch immer eine Medaille gewinnen. Es ist jetzt Bronze, aber das immer noch unser großes Ziel."

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