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Former east German athlete Ines Geipel p
Ines Geipel ist Vorsitzende der Doping-Opfer-Hilfe © Getty Images

Die Vorsitzende der Doping-Opfer-Hilfe ist mit den jüngsten Entscheidungen des IOC nicht einverstanden. Ines Geipel ist für einen Rücktritt von Präsident Thomas Bach.

Die Vorsitzende der Doping-Opfer-Hilfe (DOH), Ines Geipel, hat die jüngsten Entscheidungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) über die Olympia-Teilnahme Russlands als "Irrsinn" bezeichnet und wünscht sich den Rücktritt von IOC-Präsident Thomas Bach.

"Der konsequent feige Umgang des IOC mit der Causa Russland ist nichts anderes als blanker Zynismus. Hier werden Lüge und Vertuschen zur Norm und die Olympische Charta und jeder gesunde Menschenverstand zu nützlichen Idioten gemacht", sagte Geipel.

"Man möchte Herrn Bach zurufen: Das Spiel ist aus, Sie dürfen gehen", fuhr Geipel fort: "Aber das Bitterste ist ja, dass seine diabolischen Meisterleistungen ihn in seinem Olymp eher bestärken, als dass ihm dort jemand Einhalt gebieten würde."

Das IOC hatte im Anschluss der Veröffentlichung des McLaren-Reports, der Russland ein staatlich gelenktes Dopingsystem nachwies, auf einen Ausschluss aller Russen von den Spielen in Rio de Janeiro verzichtet. Stattdessen beauftragte die Ringe-Organisation die Weltverbände mit einer Einzelfallprüfung, letztlich starten nun mindestens 271 Athletinnen und Athleten aus Russland in Rio.

"Bislang hat es im Weltsport Doping gegeben, aber nicht die Tatsache, dass das IOC den Sonderfall Staatsdoping zum großen Gewinner macht", sagte Geipel dazu: "Wir sind im olympischen Absurdistan, in einer globalen Sportdiktatur, die gezielt alles das aushebelt, was der Sinn dieses Kulturprojekts war."

Die Frage werde nun sein, "wie sich der Olympismus von der Zerstörungswut dieser Männer erholt, die ursprünglich mal dazu eingesetzt waren, dessen Ideen zu schützen."

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