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Julius Brink lässt kein gutes Haar an den aktuellen Maßnahmen im Anti-Doping-Kampf © getty

Der Olympiasieger Julius Brink schimpft über das aktuelle Anti-Doping-System und das IOC. Er fordert tiefgreifende Reformen und zeigt sich von WADA und NADA irritiert.

Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink hat sich mit deutlichen Worten für tiefgreifende Reformen im internationalen Anti-Doping-Kampf eingesetzt.

"Machen wir uns nichts vor: Der internationale Anti-Doping-Kampf ist lächerlich und heuchlerisch und liegt am Boden. Wenn man den Anti-Doping-Kampf wirklich wollen würde, dann müsste man investieren, bessere Strukturen und Kontrollen schaffen", sagte der 34 Jahre Goldmedaillengewinner von London: "Das ist sicherlich teuer, aber ich glaube, gerade das IOC verfügt über den ein oder anderen Dollar."

Vor allem Organisationen wie Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) müssten finanziell besser ausgestattet und unabhängiger werden. Zudem gebe es weiterhin keine einheitlichen internationalen Standards.

"Was ich als Sportler nicht verstehe, ist die Grundausrichtung der WADA und damit auch der NADA: Für mich ist die WADA/NADA ein Schiedsrichter, der die Spielregeln überwacht. Ein Schiedsrichter benötigt Unabhängigkeit und Möglichkeiten der Bestrafung bei Regelverstößen und nicht Empfehlungen an Verbände, um ihre Athleten zu bestrafen", sagte Brink: "Zudem finde ich es heuchlerisch, wenn man die WADA/NADA finanziell am Hungertuch nagen lässt, andererseits aber sauberen Sport fordert."

Brink befürchtet zudem, dass sich die Zuschauer aufgrund der Doping-Skandale vom Sport abwenden könnten.

"Niemand möchte in Rio Olympiasiegern zujubeln, dabei belogen werden und dann in vier Jahren bei Nachtests feststellen, dass alles tatsächlich getürkt war." 

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