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Michael Phelps feierte seine Goldmedaillen 20 und 21 mit seiner Familie © Getty Images

Wahnsinn! Michael Phelps sichert sich über 200 Meter Schmetterling sein 20. Olympia-Gold. In der Staffel setzt der Schwimmstar anschließend noch einen drauf.

Die Augen schimmerten feucht, als Michael Phelps auf dem olympischen Podest zum 21. Mal die US-Hymne hörte. Immer wieder wanderte der Blick des Rekord-Olympiasiegers auf die Tribüne - dorthin, wo seine Mutter Debbie und seine Verlobte Nicole jubelten und sein Söhnchen Boomer schrie.

Das drei Monate alte Baby ließ sich auch durch sanftes Schaukeln nicht beruhigen. Mit der Familie feierte der Schwimm-Superstar seine grandiose Rückkehr ins olympische Becken - so emotional wie noch nie.

"Das sind eine ganze Menge Medaillen", sagte der 31-Jährige, "das ist irrsinnig, überwältigend - sogar für mich."

Inniger Moment mit dem Sohn

Kurz vor Mitternacht war Phelps als Schlussschwimmer der 4x200-m-Freistilstaffel zu seinem dritten Gold in Rio de Janeiro gekrault und hatte damit seiner Rekordsaga ein weiteres Kapitel hinzugefügt.

Während seine Teamkollegen sich in den Armen lagen, hockte er entkräftet auf dem Startblock, schloss die Augen und ließ den Moment auf sich wirken.

Nur eine halbe Stunde zuvor hatte er auf der Ehrenrunde nach Gold Nummer 20 auf seiner Lieblingsstrecke 200 m Schmetterling aller Welt gezeigt, wer ihm bei seinen fünften Olympischen Spielen besonders wichtig ist. Er sprang die Stufen bis zu den ersten Zuschauerrängen hoch, küsste Boomer auf die Wangen und nahm ihn auf den Arm. Die Kameras klickten.

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Michael Phelps genießt den historischen Moment mit seinem Sohn Boomer © Getty Images

 Alkoholprobleme überwunden

Vor vier Jahren in London hatte Phelps noch wie eine Maschine sein Pensum heruntergespult - ohne wirkliche Freude an seinen vier Goldmedaillen. In Rio ist alles anders.

Nach Alkoholproblemen, Therapie und Gedanken an den Tod kehrte der erfolgreichste Schwimmer der Geschichte noch einmal zurück, weil er auf die richtige Weise Abschied nehmen wollte.

"Ich habe mich wieder in meinen Sport verliebt", sagte er.

 "Michael Phelps baut in Rio sein Vermächtnis aus", schrieb die Washington Post und würdigte zudem die bewegte Karriere des Superstars: "Wann immer er schwimmt, müssen wir uns die Gesamtleistung dieses Sportlerlebens vor Augen führen. Er begann als Teenager, nun ist er Vater. Er liebte den Sport, dann hasste er ihn, nun liebt er ihn wieder."

Weitere Goldmedaillen möglich

Besonders hatte an Phelps genagt, dass er 2012 ausgerechnet über 200 m Schmetterling um fünf Hundertstelsekunden Gold an den Südafrikaner Chad le Clos verloren hatte. Jetzt holte er sich den Titel auf "seiner" Strecke zurück - nur vier Hundertstel vor dem Japaner Masato Sakai. Damit krönte er sich zum ältesten Einzel-Olympiasieger im Schwimmen.

"Das ist quasi meine Leib- und Magenstrecke. Es war mein allererstes olympischen Rennen", sagte Phelps mit Blick auf sein Debüt 2000 in Sydney, "es bei meinen fünften Spielen noch einmal zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes."

Mit Gold Nummer 21 ist die Sammlung des Superstars aber wohl noch immer nicht komplett. Über 100 m Schmetterling, 200 m Lagen und mit der Lagenstaffel hat Phelps weitere gute Chancen, auf dem olympischen Podest die US-Hymne zu hören.

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