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Jenny Rissveds fährt für Schweden eine Gold-Medaille ein © Getty Images

Mountainbikerin Jenny Rissveds aus Schweden hat bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Goldmedaille im Cross-Country-Rennen herausgefahren. Die 22-Jährige verwies nach 1:30,15 Stunden die Polin Maja Wloszczowska (+ 0:37 Minuten) auf Rang zwei. Bronze gewann Catharine Pendrel aus Kanada (+ 1:26).

Die 44 Jahre alte Peking-Olympiasiegerin Sabine Spitz (Murg-Niederdorf/+ 9:01) kam auf den 19. Rang. Wegen einer Knieinfektion war ihr fünfter Olympia-Start lange fraglich gewesen. Helen Grobert (Freiburg/+ 3:53) wurde Zwölfte.

"Mir hat es sehr viel bedeutet, dieses Rennen zu fahren", sagte Spitz, "ich hatte keine Probleme mit dem Knie, aber die acht Tage Training haben gefehlt." In Tokio 2020, ergänzte sie, "werde ich sicher nicht sein".

Das Rennen über Stock und Stein wurde vom Duell zwischen der 22-jährigen Rissveds und der 32-jährigen Wloszczowska geprägt. Die U23-Weltmeisterin lancierte die entscheidende Attacke in der letzten von sechs Runden. Spitz kämpfte zwar tapfer, verlor aber schon kurz nach Beginn den Anschluss. 

Spitz ignoriert ärztlichen Rat

Erst am Freitag hatte sich die Schwarzwälderin entschlossen, trotz ihrer Beschwerden teilzunehmen - gegen den ärztlichen Rat. Trainer und Ehemann Ralf Schäuble hatte die Entscheidung dennoch nicht als unvernünftig und zu risikoreich eingestuft, sie sei "guten Gewissens" gefallen.

Die Mediziner hatten befürchtet, der Entzündungsherd könnte durch die Rennbelastung außer Kontrolle geraten und sich im Körper ausweiten. Spitz ignorierte diese Bedenken, vor dem Wettkampf sei "das Mentale das größte Handicap" gewesen, wie Schäuble sagte. Denn auf einer Strecke, die ihr lag, wäre unter besseren Voraussetzungen noch einmal eine Medaille realistisch gewesen. "Deshalb bleibt natürlich die Enttäuschung", betonte Schäuble.

Unterm Strich kann die erfolgreichste deutsche Mountainbikerin dennoch auf eine glanzvolle Olympia-Karriere zurückschauen. Nach Bronze in Athen, Gold in Peking und Silber in London, ist der etwas frustrierende Abschied in Rio zu verschmerzen.

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