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Gleich schlägt's ein: Serge Gnabry steuert auf das 1:1 gegen Mexiko zu © Getty Images

München - Serge Gnabry ist beim Olympia-Auftakt der DFB-Elf der überragende Mann. Mit einem Treffer bringt sich der 21-Jährige nach zwei "Seuchenjahren" wieder ins Gespräch.

Das 2:2 der deutschen Olympia-Auswahl gegen London-Olympiasieger Mexiko hat zwar keinen Sieger hervorgebracht, aber einen Gewinner: Serge Gnabry, von dem sich die deutschen Fußballfans zuletzt gefragt haben mögen: Wo ist der denn eigentlich abgeblieben?

Einst als Shootingstar bei Arsenal gefeiert, geriet die Karriere des Sohnes einer Schwäbin und eines ehemaligen ivorischen Nationalspielers  in den letzten beiden Jahren ins Stocken.

In der abgelaufenen Saison kam Gnabry lediglich auf zwölf Minuten Einsatzzeit in der Premier League. Hauptsächlich spielte der 21-Jährige im U21-Team  der "Gunners". Auch eine Leihe zu West Bromwich Albion brachte ihn nicht entscheidend voran.

Mit 16 nach England gewechselt

Dabei schien 2013 der Stern des pfeilschnellen Linksaußen aufzugehen. Gegen Swansea gelang ihm sein erstes Premier-League-Tor. Insgesamt kam der damals 18-Jährige, der schon im zarten Alter von 16 Jahren aus der Jugend des VfB Stuttgart auf die Insel wechselte, auf neun Einsätze in seiner Debütsaison.

Kurz vor dem Saisonende erlitt Gnabry eine Knieverletzung, die sich in die Folgesaison hineinzog. Gehandicapt durch die fehlende Vorbereitung war der Arsenal-Youngster bei den Profis außen vor.

Lediglich im Nachwuchsteam der Londoner durfte er acht Partien bestreiten. Die Talsohle war erreicht, noch bevor die Karriere so richtig Fahrt aufnahm.

Hrubesch fördert Gnabry

Einer stand aber immer hinter Gnabry: Horst Hrubesch, der ihn trotz fehlender Spielpraxis für die U21-EM in Tschechien nominierte. Dort kam der Linksaußen zwar auch nur in einer Partie zum Einsatz und konnte sich nicht aus seinem Loch befreien. Trotzdem hielt Hrubesch weiter zu ihm und berief ihn in den Olympia-Kader.

Eine Entscheidung, die sich ausgezahlt hat: Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Leon Goretzka brachte Gnabry, dem anfangs die fehlende Spielpraxis anzumerken war, frischen Wind ins deutsche Spiel. Mit seiner Schnelligkeit und Zielstrebigkeit bereicherte er das Offensivspiel der DFB-Olympia-Elf und belohnte sich mit seinem Treffer zum 1:1 selbst.

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Dementsprechend glücklich war Gnabry nach der Partie: "Für das Selbstvertrauen war das Tor natürlich wichtig. Je länger das Turnier dauert, desto besser werden wir als Mannschaft zusammenspielen."

Auch der 21-Jährige würde von einem erfolgreichen Turnier profitieren und könnte seiner Karriere neuen Schwung verleihen. Das Tor war ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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