vergrößernverkleinern
Media Day With Robert Harting & Julia Fischer
Robert Harting geht als Diskus-Olympiasieger in Rio an den Start © Getty Images

Robert Harting bemängelt das fehlende Engagement von Usain Bolt im Anti-Doping-Kampf und kritisiert den Jamaikaner scharf. Seine Kritik an Thomas Bach erneuert er.

Diskus-Olympiasieger Robert Harting (Berlin) hat Sprintstar Usain Bolt scharf attackiert.

Die Leistungen von Sprint-Superstar Usain Bolt betrachtet der dreimalige Weltmeister ohne jegliche Faszination. Ihm stelle sich die Frage "warum er sich in keinster Weise offensiv in die Doping-Thematik einbringt", sagte Harting der Sport Bild: "Als bekanntester Athlet der Welt müsste man sich doch der aktuellen Diskussionen annehmen und für einen sauberen Sport kämpfen, zumal besonders viele Sprinter positiv getestet wurden und auch er massiv beschuldigt wird. Dass er sich so raushält, macht einen doch sehr nachdenklich."

"Habe nur das ausgesprochen, was viele denken"

Die Kritik an IOC-Präsident Thomas Bach hält Harting weiter für gerechtfertigt: "Vom Grundgedanken her stehe ich nach wie vor dazu", sagte Harting: "Ich habe zu 95 Prozent nur positive Reaktionen darauf erhalten. Das zeigt mir, dass ich eigentlich nur das ausgesprochen habe, was viele denken."

Video

Der 31-Jährige hatte im SPORT1-Interview gesagt, dass Bach für ihn als IOC-Präsident nicht mehr tragbar sei. "Ich trage tiefe Enttäuschung in mir. Er ist für mich emotional ganz weit weg. In meinen Augen steht er für eine Sportpolitik und ein System, das dem sauberen Sport keinerlei Bedeutung zuweist. Damit möchte ich nichts zu tun haben."

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), und Chef de Mission Michael Vesper hatten Harting für seine Aussagen kritisiert. Noch immer sei er über die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), auf einen Komplettausschluss Russlands zu verzichten, "schwer enttäuscht", sagte Harting nun.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel