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Davie Selke (l.) und Co. kommen der ersehnten Olympia-Medaille immer näher © Getty Images

Die deutsche Nationalmannschaft greift nach Edelmetall. Das Team von Horst Hrubesch besiegt Portugal bei den Olympischen Spielen Portugal klar und steht im Halbfinale.

Revanche geglückt - Rio, wir kommen! Die deutschen Fußballer sind durch ein hochverdientes 4:0 (1:0) gegen Portugal eindrucksvoll in das Halbfinale der Olympischen Spiele gestürmt.

In der Mittagshitze von Brasilia zeigte das DFB-Team seine bislang beste Vorstellung im Turnier, zumindest die erhoffte Medaille zum Abschied von Trainer Horst Hrubesch ist zum Greifen nah.

"Wir stehen unter den letzten Vier. Das heißt, wir sind bis zum Ende dabei. Es ist toll, dass wir das mit so einer beeindruckenden Leistung geschafft haben", freute sich DFB-Sportdirektor Hansi Flick. "Jetzt können wir uns ein wenig freuen, dann geht die Vorbereitung aufs Halbfinale los."

Gnabry schlägt wieder zu

"Olympia-Experte" Serge Gnabry (45.+1) mit seinem sechsten Treffer, Weltmeister Matthias Ginter (57.), Davie Selke (75.) und Philipp Max (87.) trafen bei Temperaturen um die 30 Grad für das deutsche Team, das am Mittwoch zunächst in Sao Paulo (16.00 OZ/21.00 MESZ) gegen Nigeria um den ersehnten Einzug ins Finale in Rio (Samstag, 20. August) spielt.

"Ich hatte vermutet, dass Nigeria sich gegen Dänemark durchsetzen wird. Sie haben eine tolle Mannschaft und bringen sehr viel Qualität mit. Wir freuen uns auf das Halbfinale gegen sie", sagte Hrubesch.

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In seinem letzten großen Turnier kann Hrubesch somit Geschichte schreiben: Noch nie hat ein DFB-Team ein olympisches Endspiel erreicht. Bei der letzten Teilnahme deutscher Fußballer 1988 in Seoul gewannen Jürgen Klinsmann und Co. Bronze. 

"Egal, was nun noch passiert: Sie haben schon vorher zurückgezahlt", sagte Trainer Hrubesch. Der 64-Jährige freute sich über die Art und Weise, wie seine Spieler "Olympia annehmen und wie sie es auf den Platz bringen".

Horn rettet DFB-Team früh

Im mit 45.000 Zuschauern gut gefüllten Mane-Garrincha-Stadion zeigte Deutschland im vierten Spiel innerhalb von zehn Tagen von Beginn an eine starke Vorstellung und nahm erfolgreich Revanche für das bittere 0:5 gegen Portugal im Halbfinale der U21-EM 2015. Besonders vor der Pause hatte das Hrubesch-Team zahlreiche gute Gelegenheiten und hätte am Ende noch höher gewinnen müssen.

Zunächst allerdings musste Deutschland eine brenzlige Situation überstehen: Torhüter Timo Horn (1. FC Köln) rettete gegen Mane nach 50 Sekunden glänzend.

Das DFB-Team schüttelte sich kurz, um dann ein beeindruckendes Offensiv-Feuerwerk zu zünden. In der ersten Viertelstunde hatten allein Arsenal-Profi Gnabry (5./7.) und Selke von RB Leipzig (8./13.) vier gute Gelegenheiten.

Hrubesch verzweifelt am Chancen-Wucher

Auch nach dem furiosen Start blieb das Spiel auf dem arg ramponierten Rasen temporeich und hochklassig. Das Hrubesch-Team diktierte das Geschehen und war bei den wenigen Kontern der schnellen Portugiesen aufmerksam.

Vorne ging Selke, der für den Fünffach-Torschützen Nils Petersen in die Startelf zurückkehrte, allerdings fahrlässig mit seinen glasklaren Chancen (20./35.) um. An der Seitenlinie schlug Hrubesch immer wieder die Hände vor den Kopf.

Besser machte es kurz vor der Pause Gnabry. Nach starken Zuspiel von Julian Brandt (Bayer Leverkusen) behielt der 21-Jährige die Nerven und vollendete mit einem Flachschuss ins lange Eck. In der ewigen deutschen Olympia-Torjägerliste rückte der in jedem Spiel erfolgreiche Gnabry hinter Gottfried Fuchs (zehn Tore beim 16:0 gegen Russland 1912) auf Rang zwei vor. 

Ginter führt Entscheidung herbei

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte hätten der glücklose Selke (54.) und Gnabry (56.) erhöhen müssen, Portugal hatte der starken Offensive um Brandt und Antreiber Max Meyer (Schalke 04) nichts entgegen zu setzen.

Als Ginter wie schon beim Auftakt gegen Mexiko (2:2) nach einem Eckball per Kopf traf, war die Entscheidung trotz einer Schlussoffensive der Iberer gefallen. Selke mit einem Flachschuss und Max machten alles klar.

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