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Gymnastics - Artistic - Olympics: Day 2
Elisabeth Seitz erreicht neben dem Teamfinale auch das Einzelfinale am Stufenbarren © Getty Images

Zum ersten Mal steht eine deutsche Frauen-Riege im olympischen Team-Endkampf. Elisabeth Seitz und Sophie Scheder erreichen zudem das Mehrkampf- und ein Einzelfinale.

Jubel über die Final-Premiere: Die deutschen Kunstturnerinnen haben in Rio zum ersten Mal überhaupt einen olympischen Team-Endkampf erreicht.

Das Quintett des Deutschen Turner-Bundes (DTB) um die Mehrkampf-Meisterin Sophie Scheder belegte in der Qualifikation nach konstant guten Leistungen mit 173,263 Zählern den sechsten Rang. Die Entscheidung der besten acht Riegen findet am Dienstag (21 Uhr) statt.

"Sie haben das super gemacht. Die Mädels waren bereit und richtig heiß auf den Wettkampf", sagte Bundestrainerin Ulla Koch. Elisabeth Seitz ergänzte zufrieden: "Alle waren fokussiert und locker. Es hat Riesenspaß gemacht." 

Eine Medaille werden die deutschen Geräte-Akrobatinnen allerdings wohl nicht holen, zu stark ist vor allem die Konkurrenz aus den USA, China und Russland, die im Vorkampf die ersten drei Plätze belegten. Als Einzelkämpferinnen dürfen Scheder und Seitz aber hoffen.

Denn noch größer als mit dem Team sind die Chancen der besten Deutschen, in die Entscheidungen um die Medaillen am Stufenbarren einzugreifen. Seitz und Scheder belegten an ihrem Paradegerät die Ränge fünf und sechs, die Finalteilnahme im Mehrkampf gab es als Bonbon praktisch gratis dazu. Pauline Schäfer, die nur an drei Geräten turnte und bei der WM im vergangenen Jahr am Schwebebalken Bronze gewonnen hatte, verpasste hingegen das anvisierte Finale am "Zitterbalken".

Die Auswahl von Bundestrainerin Ulla Koch musste in der gut besetzten Rio Olympic Arena zunächst an den vermeintlich schwachen Geräten turnen. Und obwohl immer wieder der ohrenbetäubende Jubel der einheimischen Fans die Konzentration zu stören drohte, blieben die DTB-Asse fokussiert. Vor allem Schäfers Auftritt zum Klaviertitel "River flows in You" belohnten die Richter mit einer hohen Punktzahl.

Nach soliden Sprüngen belegte Deutschland zur Halbzeit den vierten Platz - und lag damit sogar zwischenzeitlich vor den nach drei Durchgängen zweitplatzierten Europameisterinnen aus Russland. Es folgte mit dem Stufenbarren das Spezialgerät von Scheder und Seitz. Das Duo glänzte - und obwohl Schäfer den nach ihr benannten Salto nur mit Mühe stand, reichte es letztlich noch fürs Finale.

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