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Timo Horn konnte im Elfmeterschießen keinen Schuss parieren
Timo Horn konnte im Elfmeterschießen keinen Schuss parieren © Getty Images

Rio de Janeiro - Timo Horn ist nach der verpassten Goldmedaille im Olympia-Finale enttäuscht. Der Kölner Torhüter zeigt sich aber auch stolz und schwärmt von Horst Hrubesch.

Freude über Silber war bei Timo Horn nach dem verlorenen Olympia-Traumfinale zunächst nicht auszumachen. 

Zu schwer saß noch der Stachel der bitteren 4:5-Pleite im Elfmeterschießen gegen Gastgeber Brasilien.

Der ganz große Traum blieb damit für den Keeper des 1. FC Köln unerfüllt.

Bei SPORT1 spricht Horn über eine traurige Premiere sowie die suboptimale Olympia-Vorbereitung - und hält ein Loblied auf seinen scheidenden Coach Horst Hrubesch.

SPORT1: Timo Horn, die deutsche Olympiamannschaft hat nach großem Kampf im Elfmeterschießen verloren. Wie bitter ist das für Sie als Torwart?

Timo Horn: Ich bin natürlich sehr traurig. Bei mir wird das auch noch ein bisschen dauern, weil ich in meinem Leben noch nie ein Elfmeterschießen verloren habe. Nicht im DFB-Pokal und auch nicht in irgendwelchen Turnieren. Wenn das dann heute in so einem entscheidenden Spiel passiert, ist man natürlich sehr traurig und enttäuscht.

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SPORT1: Aus Deutschland kommt sehr viel Lob über die Leistung der Mannschaft. Baut das etwas auf?

Horn: Im Endeffekt müssen wir das ganze Turnier sehen. Unsere Vorbereitung war sehr schwierig, wir haben fünfmal trainiert und waren beim ersten Spiel fast gar nicht eingespielt. Ich weiß noch ganz genau, was da teilweise in den Zeitungen über uns stand. Dass wir das widerlegt haben, darauf bin ich sehr stolz.

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SPORT1: Viele Spieler haben heute noch einmal Trainer Horst Hrubesch gelobt. Wie haben Sie ihn in den vergangenen Jahren erlebt?

Horn: Ich kenne Horst Hrubesch jetzt seit über vier Jahren. Er hat mich beim DFB am längsten als Trainer begleitet und auch sehr geprägt. Das ist ein Trainer, der alles immer sehr direkt und ehrlich anspricht. Wenn man ihn nicht kennt, dann denkt man erst einmal: Oh Gott, oh Gott. Aber wenn man ihn näher kennenlernt, weiß man auch, dass er immer für einen da ist.

SPORT1: Was macht die Zusammenarbeit mit ihm so besonders?

Horn: Es ist schon etwas anders als bei anderen Trainern. Horst Hrubesch ist immer für uns Spieler da. Man weiß genau, dass man ihn 24 Stunden anrufen kann. Er fordert diese Ehrlichkeit, die er uns entgegenbringt, aber auch auf der anderen Seite ein. Und das bringt einen als Spieler weiter.

SPORT1: Wie bedeutend ist es für Sie, dass es sein letztes Turnier als Trainer war?

Horn: Wie gesagt: Er hat mir unheimlich viel beigebracht und ich habe viel vom ihm gelernt. Als Spieler war er schon eine Riesengröße, als Trainer auch. Es macht mich schon stolz, dass unsere Mannschaft zum Abschluss noch einmal diese Medaille für ihn gewinnen konnte.

SPORT1: Horst Hrubesch hat immer wieder betont wie besonders Olympia für ihn sei. Wie haben Sie Olympia als Spieler wahrgenommen?

Horn: Ich bin schon sehr froh, dass wir doch ins olympische Dorf gezogen sind. Wir hatten ja überlegt, ob wir hier in Rio ins Hotel gehen. Letztlich hat Horst Hrubesch aber entschieden, dass wir ins Dorf gehen und damit hat er alles richtig gemacht. Mittlerweile glaube ich, wir hätten es sonst auch bereut. Es war toll und besonders, viele unterschiedliche Sportler kennenzulernen und verschiedene Sportarten zu sehen.

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