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Steffen Deibler
Steffen Deibler verpasste das Finale über 100 m Schmetterling © Getty Images

Die Pleitenserie der deutschen Schwimmer setzt sich fort: Kurzbahn-Weltrekordler Steffen Deibler verpasst das Schmetterling-Finale. Es gibt aber auch zwei Lichtblicke.

Kurzbahn-Weltrekordler Steffen Deibler hat sich in die lange Liste der großen Olympia-Enttäuschungen im deutschen Schwimmteam eingereiht.

Der 29-Jährige aus Hamburg, der 2012 in London als Vierter und damit bester DSV-Einzelstarter noch hauchdünn eine Medaille verpasst hatte, schied im Vorlauf über 100 m Schmetterling auf Platz 18 aus.

"Ich habe alles gegeben und muss jetzt leider von der Tribüne aus zugucken", sagte der WM-Vierte von 2013: "Hinten raus haben mir die Körner gefehlt, die ich vor ein paar Wochen noch gehabt hatte." Bei den German Open im Juli war der deutsche Rekordhalter sechs Zehntelsekunden schneller gewesen und hatte sich durch eine Ausnahmeregelung seitens des Verbandes doch noch das Olympia-Ticket gesichert.

Deibler lässt Karriereende offen

Ob der sechsmalige Kurzbahn-Europameister seine Karriere nach Olympia fortsetzt, ist ungewiss. "Ich habe mich noch nicht entschieden. Ich bin aber froh, dass ich nach den Spielen eine Pause machen kann", sagte Deibler. Vorher tritt er in Rio aber am Freitag noch mit der 4x100-m-Lagenstaffel an, die nach den bisherigen Eindrücken stark um einen Finalplatz kämpfen muss.

"Da müssen wir uns echt zusammenreißen, damit wir eine Chance haben. Das wird knapp", sagte Deibler: "Wir wären natürlich alle anders drauf, wenn wir schon drei Medaillen gewonnen hätten. Das war in London genau das gleiche."

Ebenfalls im Vorlauf scheiterte an Donnerstagmittag der deutsche Rekordhalter Damian Wierling (19./50 m Freistil) und Leonie Antionia Beck (25./800 m Freistil).

Köhler und Graf sorgen für Lichtblicke

Für zwei Lichtblicke sorgten dagegen Freistilschwimmerin Sarah Köhler, die als Vorlauf-Siebte über 800 m (8:24,65) die sechste Finalteilnahme für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) perfekt machte, und die Berliner Lisa Graf als Vorlauf-Vierte über 200 m Rücken (2:08,67). Auch die deutsche Rekordhalterin Jenny Mensing kam als 16. eine Runde weiter.

"Es war ein gutes Rennen. Ich bin weiter, das war das Hauptziel", sagte Köhler, die große Bewunderung für die amerikanische Vorlaufsiegerin Katie Ledecky (8:12,86) hegt: "Hut ab, wenn man von 100 bis 800 Meter so schnell schwimmen kann. Man könnte meinen, dass es ein bisschen deprimierend ist, gegen sie zu schwimmen, aber so viel sehe ich gar nicht von ihr." Ledecky peilt im Finale ihr viertes Gold von Rio an.

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