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Rio de Janeiro - Die Sex-Welle im Olympischen Dorf von Rio ist in aller Munde. Zahlreiche Stars nutzen Tinder, die Kondomautomaten sind leergekauft. SPORT1 macht den Check.

Seit Tagen kennt Olympia in Rio vor allem ein Thema: Die Sex-Welle im olympischen Dorf. Zahlreiche Stars sind bei Tinder unterwegs, die Kondomautomaten ausverkauft. SPORT1 macht den Tinder-Check.

- Der Tinder-Test

SPORT1 vor dem olympischen Dorf. Hier leben die rund 10.500 Olympia-Stars in 31 Wohnblöcken. Verschiedene Medien berichteten zuletzt: Es wird getindert, was das Zeug hält.

Wer sich in der Nähe des Athletendorfes befindet und die Dating-App einschaltet, merkt sofort: Das stimmt! Zwar werden nicht – wie auch behauptet – hunderte von Athleten in die Tinder-Timeline gespült, SPORT1 findet aber schon nach wenigen Minuten die ersten Olympioniken.

Zum Beispiel Shannon McCurley. Die 24-Jährige ist die erste irische Bahnradfahrerin, die sich je für Olympische Spiele qualifiziert hat. Anscheinend nicht Abenteuer genug. Bei Tinder sucht sie nach anderen Herausforderungen.

Oder die australische Schwimmerin Leah Neale, Silbermedaillengewinnerin in der 4x200 Meter-Freistil-Staffel. Die Tinder-Beschreibung der gerade mal 21-Jährigen: "Rio 2016" mit einem Peace-Zeichen daneben.

Und auch die hübsche Schweden-Blondine Michelle Coleman ist aktiv. Die 22-jährige Schwimmerin verrät in ihrer Beschreibung nur: "Sweden – Swimming". Dazu ein Bild, auf dem die Blondine in die Kamera lächelt.

- Diese Stars sind auch bei Tinder

Neben der persönlichen Recherche vor Ort kann man die Tinder-Olympioniken auch bei Instagram sehen. Die Seiten "tinderrio" und "sportsswipe" veröffentlichen die Profile der Stars.

Darunter unter anderem: US-Schwimmer Ryan Lochte, die in Rio schwer gestürzte Radfahrerin Annemiek van Vleuten, unser deutscher Radfahrer Simon Geschke sowie sein Bahnrad-Kollege Henning Bommel, die exotische Leichtathletin Priscilla Frederick (Antigua) oder die kanadische Läuferin Natasha Wodak.

Viele der Athleten suchen auf ihren Profilen ganz ungeniert nach "Spaß in Rio". Der britische Schwimmer Dan Wallace, der mit der 4x200-Meter-Freistil-Staffel Silber holte, posiert sogar nur mit einem Bademantel bekleidet auf dem Balkon seines Apartments im Olympischen Dorf.

- Der Sex-Hype rund um Olympia

Olympia und Sex – eine lange Geschichte. Hintergrund ist sicher die attraktive Mischung: Viele gut aussehende junge Menschen im Sommer in attraktiven Städten (zuletzt Sidney, Athen, London, Rio) auf einem Fleck. Da kommt Ferienlager-Stimmung auf!

Wie Tinder-Sprecherin Rosette Pambakian CBS News erklärte, sei die Frequenz der Dating-App rund um das Olympische Dorf "hochgeschnellt und um 129 Prozent gestiegen" – Tendenz weiter steigend.

Christoph Küppers berichtet für SPORT1 von Olympia 2016 aus Rio de Janeiro
Christoph Küppers berichtet für SPORT1 von Olympia 2016 aus Rio de Janeiro © SPORT1/Getty Images

Und auch das Internationale Olympische Komitee reagiert. Schon seit den Spielen 1988 in Seoul lässt es Kondome verteilen. Weil der Verbrauch immer weiter gestiegen ist, werden in Rio insgesamt 450.000 Kondome ausgegeben. Das sind knapp 43 pro Athlet.

Das Problem: Einige Kondomautomaten im Olympischen Dorf sind schon jetzt ausverkauft! In jedem Wohnkomplex gibt es mehrere Automaten. Laut ARD seien Kondome mit Caipirinha-Geschmack besonders begehrt.

Das IOC hat deshalb nun auch knallgrün gekleidete Volunteers ins Rennen geschickt: Sie verteilen im Athletendorf und im Olympischen Park aus riesigen Plastik-Säcken "Verhüterli".

- Das sagen die Olympioniken

Bei den Spielen 2012 in London berichtete die US-amerikanische Fußball-Torhüterin Hope Sole: "Ich habe gesehen, wie Athleten Sex auf einer Wiese im olympischen Dorf hatten." Solche Aussagen haben wir in diesem Jahr von Olympioniken noch nicht gehört.

Radfahrer Simon Geschke kommentierte den Tinder-Boom im ARD-Radio aber so: "Für mich persönlich ist das schon sehr interessant. Hier sind viele junge Leute auf einem Haufen. Und Kondomautomaten überall. Da kommt schon Flirtstimmung auf. Gucken wir mal, was es nach dem Rennen sonst noch so zu gewinnen gibt."

Und die australische Schwimmerin Melanie Schlanger (29) legte in der Dailymail nach: "Ich sage es mal so: Es gibt einen sehr guten Grund, warum es so viele freie Kondome im Dorf gibt."

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