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Timo Boll trug die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier © Getty Images

Tischtennis-Star Timo Boll hat sich für härtere Strafen gegen Dopingsünder ausgesprochen.

"Man soll den Sportlern, wenn sie eindeutig überführt sind, auch ruhig mal ans Geld gehen", sagte der deutsche Fahnenträger der Eröffnungsfeier bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Es müsse "einfach noch mehr Abschreckung da sein", führte der Bronzemedaillengewinner im Mannschaftswettbewerb aus.

Einen Generalausschluss hält Boll aber nicht für ein probates Mittel: "Mit dem Generalausschluss Russlands verliert auch der Tischtennisspieler, der sicher nicht gedopt hat. Und den so ein Schicksal hart treffen würde. Man hätte ihm die vielleicht einzige Chance genommen, etwas zu erreichen."

Gerade in seinem Sport müsse man vor allem gegen Materialmanipulationen vorgehen. "Bei uns gibt es andere Probleme, was das Material angeht. Da wird versucht, Regularien zu umgehen, um einen Vorteil daraus zu schöpfen. Das ist mehr mein Thema, an dessen Beseitigung ich kämpfe. Das ist eher Materialdoping", sagte Boll.

Von der viel kritisierten Haltung der brasilianischen Zuschauer in den Wettkampfstätten Rios war der 35-Jährige überrascht: "Wir waren natürlich froh, dass überhaupt Stimmung war. Aber das Publikum war nicht ganz fair. Es hat sich immer mal einen ausgesucht und den anderen dann schön ausgebuht. Das kannten wir nicht so."

Dass Tischtennis im deutschen Fernsehen kaum mehr zu sehen ist, sieht Boll problematisch: "Es ist schon schade, dass man kaum noch eine Möglichkeit hat, sich irgendwo zu zeigen, und dass überhaupt mal eine Identifikation mit einer anderen Sportart stattfinden könnte."

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