vergrößernverkleinern
EQUESTRIAN-OLY-2016-RIO
Michael Jung sicherte sich sowohl mit der Mannschaft als auch im Einzel eine Medaille © Getty Images

Nach Silber mit der Mannschaft sichert sich Michael Jung mit Sam im Vielseitigkeitsreiten die erste deutsche Goldmedaille in Rio. Ein Franzose hat das Nachsehen.

Nach dem letzten Hindernis riss Vielseitigkeitsreiter Michael Jung den linken Arm in die Höhe, sein breites Lachen verriet die ganze Erleichterung nach der Anspannung der letzten Tage: Der Olympiasieger von London 2012 ist auch der von Rio 2016 - und bescherte dem deutschen Team die ersehnte erste Goldmedaille in Brasilien.

"Sam ist fantastisch gesprungen, er hat mir ein klasse Gefühl gegeben", sagte Jung: "Jetzt ist die ganze Anspannung weg, das Gefühl kann man nicht beschreiben."

Er sei "überglücklich über mein Pferd, mein Team, die Leute, die mich unterstützen, und vor allem die, die zu Hause meine Pferde betreuen. Das ist etwas ganz ganz Besonderes, da kann man nur dankbar sein, dass man das erleben darf."

Michael Jung und Sam gelingt Historisches

Als Jung aus dem Sattel gesprungen war, fiel er zunächst seiner Mutter und dann Madeleine Winter-Schulze, der Grande Dame der deutschen Reiterei, in die Arme.

Nach dem Niederländer Charles Pahud de Mortanges mit Marcroix 1928 und 1932 und dem Neuseeländer Mark Todd 1984 und 1988 ist der 34-Jährige aus dem schwäbischen Horb erst der dritte Vielseitigkeitsreiter der olympischen Geschichte, der mit demselben Pferd zweimal nacheinander Einzelgold gewann.

Nach einem Null-Fehler-Ritt im finalen Durchgang setzte sich Jung mit 40,90 Punkten vor dem Franzosen Astier Nicolas (48,00) und dem US-Amerikaner Phillip Dutton (51,80) durch.

Mit einer grandiosen Vorstellung im Gelände und in den beiden abschließenden Springen am Dienstag zementierte er seinen Ruf als Weltbester seiner Zunft. Mit einer kaum fassbaren Souveränität steuerte er seinen Sam über die letzten Hindernisse und flog mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit seiner insgesamt dritten olympischen Goldmedaille entgegen.

Silber im Team mit Auffarth und Klimke

Typisch Jung: Am Mittwoch geht es direkt wieder Richtung Heimat, die Arbeit auf dem heimischen Hof "macht sich ja nicht von selbst".

Im Sog ihres goldenen Reiters gab es für die Equipe in der Mannschaftswertung nach Tagen voller Rückschläge ebenfalls ein silbernes Happy End. Während Jung als Spitzenreiter in die Einzel-Entscheidung ging und Gold vom "Mozart der Reiterei" fast schon erwartet wurde, stand der Mannschafts-Wettbewerb jedoch bis zum allerletzten Starter auf des Messers Schneide.

Letztlich spülten die Fehler der Konkurrenz Jung gemeinsam mit Doppel-Weltmeisterin Sandra Auffarth mit Opgun Louvo und Ingrid Klimke mit Hale Bob vollkommen unerwartet noch vom vierten auf den zweiten Platz hinter Frankreich und vor Australien - es war nach Tagen voller Rückschläge die allererste deutsche Medaille überhaupt in Rio.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel