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Vertrauliche Unterlagen von Serena Williams wurden veröffentlicht
Vertrauliche Unterlagen von Serena Williams wurden veröffentlicht © Getty Images

Eine russische Hackergruppe verschafft sich Zugang zu vertraulichen Unterlagen und bezichtigt mehrere Top-Stars damit der Einnahme unerlaubter Substanzen.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ist erneut Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Wie die Organisation am Dienstag bestätigte, drangen russische Cyber-Spione in die Datenbank ein und veröffentlichten vertrauliche Unterlagen von Athleten. Es ist der zweite Angriff seit Anfang August.

"Die WADA verurteilt die laufenden Cyber-Attacken, die die Organisation und das weltweite Anti-Doping-System untergraben sollen", sagte WADA-Generaldirektor Olivier Niggli in einem Statement.

Der Angriff war vom russischen Hacker-Verbund Tsar Team (ATP28), auch bekannt unter dem Namen Fancy Bear, durchgeführt worden. Die Gruppe hatte zuvor Informationen über vier US-amerikanische Olympia-Teilnehmer veröffentlicht. Diese sollen angeblich positiv auf verschiedene Präparate getestet worden sein.

Unter den Athleten sind die Tennisstars Serena und Venus Williams, Turn-Olympiasiegerin Simone Biles und Basketballerin Elena Delle Donne. Diese hätten sich Ausnahmeregelungen für ihre Mittel verschafft. Bei Biles geht es um Substanzen, die gegen das Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms ADHS eingesetzt werden, bei Serena Williams unter anderem ein entzündungshemmendes Cortison-Präparat.

Biles bestätigt Fakten

Biles bestätigte auf Twitter die Einnahme von Medikamenten: "Ich habe ADHS und nehme seit meiner Kindheit Medikamente dagegen."

Zugleich distanzierte sie sich von Doping in jeglicher Form: "Ich glaube an einen sauberen Sport und habe mich immer an die Regeln gehalten. Ich werde das auch weiterhin tun, weil Fairplay entscheidend für den Sport und auch für mich persönlich sehr wichtig ist."

Die Dateien sollen Fälle mit von der "Norm abweichenden Analyseergebnissen" und der Verwendung von therapeutischen Ausnahmegenehmigungen dokumentieren. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bestätigte den Vorgang ebenfalls, verwies jedoch darauf, dass keiner der vier Athleten in Rio die Doping-Regularien verletzt habe.

Altmeisterin Venus Williams zeigte sich bestürzt. "Ich war enttäuscht, dass meine privaten medizinischen Daten von Hackern ohne meine Erlaubnis veröffentlicht wurden", sagte die 36 Jahre alte US-Amerikanerin in einer Erklärung.

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