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Virginia Raggi hat sich in der Debatte um die Olympia-Bewerbung durchgesetzt © Getty Images

Der Rückzug Roms im Rennen um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 ist besiegelt. Am Donnerstag stimmte der Stadtrat in Italiens Hauptstadt im Rahmen einer Sondersitzung mit 30:12 gegen die Bewerbung und hielt sich damit an den Kurs der Bürgermeisterin Virginia Raggi.

Diese hatte die Ablehnung der Olympia-Bewerbung bereits vergangene Woche angekündigt.

Nach dem Nein des römischen Stadtparlaments ist die Kandidatur nun gescheitert, Raggi verteidigte ihr Veto erneut.

"Angesichts der schweren Verschuldung der Stadt wäre es verantwortungslos, Ja zu einem Großprojekt zu sagen, an dem sich wenige bereichern, während die wahren Kosten von den Bürgern getragen werden müssen", sagte die im Juni gewählte Raggi, die der antieuropäischen Protestbewegung "Fünf Sterne" angehört.

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (CONI), Giovanni Malagò, und Regierungschef Matteo Renzi hatten Raggis Nein scharf kritisiert. Malagò hatte betont, ein Nein würde das Ende aller Olympia-Träume in Italien für viele Jahre bedeuten.

Er will nun am kommenden Dienstag das Gespräch mit Thomas Bach suchen. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) reist dann nach Rom, um an einem Seminar zum Thema Sport im Vatikan teilzunehmen.

"Ich treffe Bach, ich werde mit ihm über die nun entstandene Situation sprechen", sagte Malagò.

Renzi hatte in einem letzten Versuch vor wenigen Tagen die Mitglieder des Stadtrats aufgerufen, dem "Nein" der Bürgermeisterin nicht zu folgen. 

"Ich hoffe, dass es sich die Stadtratsmitglieder anders überlegen werden", sagte er: "Wenn man aus Angst Nein sagt, hat ein Bürgermeister den falschen Job gewählt." Die Bestätigung von Raggis Entscheidung kommt nun allerdings nicht überraschend. Im Stadtrat verfügt die Bürgermeisterin über eine klare Mehrheit.

Ende 2015 hatte bereits Hamburg nach einem negativen Bürgervotum seine Bemühungen um die Austragung der Spiele in acht Jahren einstellen müssen. Als Bewerber bleiben nun die Favoriten Los Angeles und Paris sowie Budapest übrig.

Die Entscheidung über den Ausrichter fällt im September 2017 in Lima.

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