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Daniel Didavi vom VfB Stuttgart
Vor allem auf Daniel Didavi ruhen die Fans des VfB Stuttgart © Getty Images

Das Debakel bei Werder Bremen belegt nicht unbedingt die Bundesliga-Tauglichkeit des VfB Stuttgart. Dennoch gibt es ein paar statistische Hoffnungsschimmer.

Eigentor-Rekord ausgebaut, die meisten Gegentore kassiert, eine 2:6-Klatsche beim Tabellennachbarn erlitten – es gibt aus statistischer Sicht nicht viel, was dem VfB Stuttgart Hoffnung auf den Klassenerhalt macht. (Tabellenrechner der Bundesliga)

SPORT1 hat weitere Fakten, die die Schwaben und deren Anhänger zusätzlich ernüchtern dürften, und solche, die vielleicht doch noch an den Verbleib in der Liga glauben lassen.

1. Retter Didavi wieder gefragt

In der Spielzeit 2014/15 wurde nach wiederholten Knieproblemen zunächst sogar das vorzeitige Saisonaus von Daniel Didavi vermeldet. Aber ab dem 30. Spieltag war er dann doch noch dabei, stand an den letzten drei Spieltagen sogar in der Startelf.

Gegen den nächsten Gegner des VfB, den FSV Mainz 05, und beim abschließenden 2:1 beim SC Paderborn erzielte Didavi jeweils einen Treffer und hatte so einen großen Anteil an der Rettung des VfB.

Daten zu Daniel Didavi
Wo stünden die Stuttgarter nur ohne Daniel Didavi? © SPORT1

In dieser Saison stellte der verletzungsgeplagte und im Sommer nach Wolfsburg wechselnde Didavi mit 29 Einsätzen, zwölf Toren und drei Vorlagen neue persönliche Rekorde auf.

Ob er gegen die Mainzer mitwirken kann, ist angesichts einer in Bremen erlittenen Beckenprellung jedoch offen.

2. Offensivstandards lassen Stuttgart hoffen

Die Stuttgarter waren in dieser Saison mehr als doppelt so häufig nach ruhenden Bällen erfolgreich (15 Treffer bedeuten Ligaspitze) wie ihre nächsten Kontrahenten aus Mainz (sieben Mal).

Diese lassen dagegen hinten bei ruhenden Bällen auch kaum etwas zu. Der FSV kassierte mit sieben nicht einmal halb so viele Standardgegentreffer wie die Stuttgarter (16).

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3. Fans als Faktor

Die letzten zwei Heimspiele des VfB gegen den FC Bayern und Borussia Dortmund waren mit jeweils 60.000 Zuschauern ausverkauft. Dreimal in Folge mindestens 60.000 Fans bei einem Stuttgarter Bundesliga-Heimspiel gab es noch nie. Dieses Novum täte dem VfB sicher gut.

4. Hilft Karius erneut?

Der Mainzer Keeper Loris Karius spielte in der Jugend der Schwaben. Die Profis wären aktuell sicher froh, hätten sie einen solchen Klasse-Mann im Tor. Im letzten Spiel beim VfB machte Karius die Stuttgarter auch glücklich. Denn am 9. Mai 2015 glitt dem Schlussmann ein Schuss von Didavi aus 30 Metern über die Finger, der Ball prallte vom Innenpfosten ins Tor.

Für die Stuttgarter war es am 32. Spieltag die 1:0-Führung, und der 2:0-Heimsieg am Ende bedeutete für den VfB letztendlich drei überlebensnotwendige Punkte für den Klassenerhalt. Am kommenden Spieltag brauchen die Stuttgarter wieder dringend jeden Punkt.

VfB Stuttgart und FSV Mainz 05 im Datenvergleich
Stuttgart schoss nach Bayern und Dortmund am drittmeisten aufs gegnerische Tor © SPORT1

5. Geld schießt nicht unbedingt Tore

Der in den letzten Jahren nahezu nur noch gegen den Abstieg kämpfende VfB holte seit Saisonbeginn 2013/14 in 100 Spielen nur 101 Punkte. Mainz sammelte in diesem Zeitraum 139 Zähler und damit 38 Prozent mehr als die Stuttgarter. Angesichts der finanziellen Möglichkeiten müsste es eigentlich umgekehrt sein.

6. Mainz gefährlich für den VfB

Die konteranfälligen Schwaben - 13 Kontergegentore sind Ligahöchstwert - könnten voll in die "Mainz-Falle" tappen.

Der auf die Fehler der Gegner lauernde FSV schoss 16 seiner 43 Treffer nach Ballverlusten, so viele wie kein anderes Team.

Die elf Kontertore sind ligaweit ebenfalls Bestwert (zusammen mit dem VfB). Die Absicherung nach hinten funktioniert bei den Rheinhessen um Längen besser als beim VfB: Nur drei Kontergegentore sind Ligabestwert.