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Timo Hildebrand (M.) und Steffen Freund (r.) diskutieren die Entlassung von Dieter Hecking © SPORT1

Steffen Freund und Timo Hildebrand sind in der Telekom Spieltaganalyse vom frühen Hecking-Aus überrascht, aber nicht verwundert. Beim Thema Nachfolger sind sie uneinig.

Die rasche Entlassung von Trainer Dieter Hecking beim VfL Wolfsburg hat auch Steffen Freund und Timo Hildebrand überrascht.

"Ich fand es extrem, weil es die erste wirkliche schwierige Phase für Wolfsburg ist. Dass sie so einen guten Trainer, der auch mit Wolfsburg schon Erfolg hatte, dann doch so schnell entlassen...", sagte Hildebrand in der Telekom Spieltaganalyse auf SPORT1.

Freund kritisierte zudem die mangelnde Rückendeckung durch Klaus Allofs. "Wenn man es selbst als Sportmanager anschiebt und sagt 'Ich bin mir im Moment mit der Trainerposition nicht sicher', dann sind die Konsequenzen relativ nah", meinte der Europameister von 1996.

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Draxler als Störfeuer

Hildebrand und Freund sehen zudem die vielen Transfers und die Gerüchte um Julian Draxler als Grund für die bisherigen sportlichen Leistungen.

"Das sind eben genau diese Feuer, die du vor der Saison nicht möchtest", meinte Freund: "Dass eben ein Draxler sagt 'Ich möchte weg' und auch sagt 'Das war eigentlich so abgesprochen', das kann man im Nachhinein nur kippen, wenn Erfolg und Teamgeist da ist. Und der konnte aufgrund der vielen Wechsel nicht da sein."

"Es ist noch kein stabiles Gebilde. Hecking hat auch immer wieder die Formation gewechselt, hat keine richtige Stabilität in der Mannschaft gefunden. Deshalb hat es am Ende nicht funktioniert", analysierte Hildebrand.

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Uneinigkeit über Heckings Nachfolger

Für Heckings Nachfolge plädieren beide Experten für einen deutschen Trainer. Der gehandelte Portugiese Andre Villas-Boas sei laut Freund zwar "extrem intelligent" und habe "Fußball-Fachwissen ohne Ende". Doch der 46-Jährige "würde gerne wieder Mirko Slomka in der Bundesliga sehen. Er zeigt auch als Experte unglaublich viel Fußball-Fachwissen in einer ruhigen, sachlichen Art."

Für Hildebrand stellt Andre Breitenreiter die richtige Wahl dar. "Wolfsburg braucht einen Trainer, der den Teamgeist fördert, der wieder eine klare Hierarchie in die Mannschaft bringt", so der 37-Jährige.

Interimstrainer Valerien Ismael sei Freunds Meinung nach "für den Moment die richtige Wahl, weil er alle Spieler kennt und weiß, was aus der U23 nachkommt. Aber mittelfristig muss man schauen, wer die perfekte Wahl für den VfL Wolfsburg ist".