vergrößernverkleinern
George Danzer gewann bislang knapp zwei Millionen Dollar bei Turnieren
George Danzer gewann bislang knapp zwei Millionen Dollar bei Turnieren

München - George Danzer will bei der WSOP in Australien an den erfolgreichen Sommer anknüpfen. Ein ganz großer Titel winkt dem 31-Jährigen.

Von Marcus Friedrich

George Danzer war Anfang Juni am Ziel seiner Träume.

Bei der World Series of Poker (WSOP) in Las Vegas gewann er nach zehn Jahren endlich sein erstes Bracelet.

Elf Tage später folgte gleich sein Zweites. Der Pokerprofi schnappte sich während des Sommers zudem insgesamt knapp 800.000 Dollar Siegprämie.

Nun flieg er nach Melbourne und will seinen Lauf weiter fortsetzen. Bei der WSOP Asia Pacific greift der 31-Jährige nach dem Bracelet-Hattrick.

Doch das Mitglied des TEAM POKERSTARS.de hat noch ein viel größeres Ziel.

Er will sich den Titel "2014 World Series of Poker Player of the Year" sichern. Er liegt mit 745.20 Punkten ganz knapp hinter Brandon Shack-Harris (752 Punkte).

Gegen den 25-jährigen Amerikaner gewann er im Heads-Up sein erstes Bracelet. Auch er wird in Australien vor Ort sein, um den prestigeträchtigen Titel zu gewinnen.

Vorab spricht George Danzer mit SPORT1 über die Monate nach den WSOP-Siegen, seinen ärgsten Konkurrenten, seine Vorliebe für spezielle Pokervarianten sowie den Titel "Spieler des Jahres".

SPORT1: Herr Danzer, haben sie den doppelten Erfolg in Las Vegas bei der WSOP schon verarbeitet - fühlt es sich immer noch gut an?

George Danzer: Ich bin noch immer so glücklich, wie direkt nach dem Sieg im Juni (lacht). Das Gefühl das Bracelet endlich in den Händen zu halten, kann ich noch immer nicht richtig mit Worten beschreiben. Aber jetzt konzentriere ich mich schon voll auf die nächsten WSOP-Events in Australien.

SPORT1: Die WSOP Asia Pacific startet am 2. Oktober in Melbourne: Wollen Sie direkt das nächste Bracelet holen?

Danzer: Ich möchte auf jeden Fall an meine Leistungen der WSOP anknüpfen. Außerdem spielt man automatisch besser, wenn man mit einem guten Gefühl an den Tisch geht. Ein drittes Bracelet wäre natürlich überragend. Aber ich mache mir keinen Stress.

SPORT1: Weil ein noch prestigeträchtigerer Titel wartet...

Danzer: Ganz genau. "Player of the Year" zu werden ist ein Riesenziel für mich.

SPORT1: Wie wichtig ist Ihnen diese Auszeichnung?

Danzer: Die Möglichkeit, diesen Titel zu gewinnen, erhält man vielleicht nur ein Mal während seiner Karriere. Man muss über so viele Turniere konstant ins Geld kommen und am besten mehrmals unter die Top Drei. Daher will ich diese Chance jetzt nutzen. Zudem bekommt jeder "Player of the Year" ein großes Banner im Rio Casino - das wäre eine coole Sache (lacht).

SPORT1: Das wäre auch eine historische Leistung. Hat sich denn nach den WSOP-Siegen etwas bei Ihnen geändert?

Danzer: Viel verändert hat sich eigentlich nicht. Nach der WSOP bin ich erst einmal zum Wandern in die Wildnis gefahren und habe abgeschaltet. Und dann hab ich mich auch wieder auf die nächsten Turniere konzentriert. Denn ich habe ja noch ein großes Ziel.

SPORT1: Dem im Weg steht ein alter Bekannter: Ihren größten Konkurrent um den Titel haben Sie schon bei der WM im Heads-Up besiegt. Wird es ein ganz enges Duell?

Danzer: Ich weiß, dass Brandon Shack-Harris auch viele Turniere spielen wird. Daher glaube ich, dass es sich erst beim letzten Holdem-Turnier (Anmerk. d. Red: 25.000 Dollar High Roller) entscheiden wird. Ich spiele zwar am liebsten die anderen Varianten, aber Brandon ist in vielen Poker-Varianten sehr stark und in manchen auch besser als ich. Daher sehe ich im direkten Vergleich diesmal sogar eine größere Chance im No Limit Holdem.

SPORT1: Finanziell war das Jahr schon jetzt sehr erfolgreich. Rund 800.000 Dollar haben sie gewonnen. Wie wichtig ist Ihnen das Geld?

Danzer:Für mich ist das nicht so entscheidend. Es ist natürlich schön, wenn man sich keine Sorgen machen muss, wie man seine Rechnungen am Ende des Monats bezahlen kann. Aber ich habe mir nicht vorgenommen, einen bestimmten Betrag zu gewinnen ohne den ich nicht glücklich sein kann.

SPORT1: Sie verkaufen auch Anteile von ihren Startgebühren. Ist Ihnen das Risiko bei den ganz teueren Turnieren zu groß?

Danzer: Über das Jahr kommt schon eine sehr, sehr große Summe an Buy-Ins zusammen. Und so kann ich mein Risiko minimieren. Es kann immer mal passieren, dass man eine längere Zeit nicht den ganz großen Gewinn mit nach Hause nimmt. Dann wird es hart. Zudem verkaufe ich die Anteile oft an Freunde und gute Bekannte. Dann sind wir nach einem guten Ergebnis alle glücklich (lacht).

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel