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Alexander Turyansky schied als Zehnter aus
Alexander Turyansky schied als Zehnter aus © dpa Picture Alliance

Der Deutsche Alexander Turyansky fliegt beim Main Event der Poker-WM kurz vor Erreichen des Finaltisches raus. Er verpasst so die Chance auf über sieben Millionen Dollar.

Ein Deutscher hat die Sensation beim Main Event der World Series of Poker denkbar knapp verpasst.

Alexander Turyansky beendete das Turnier auf Rang zehn und wird damit nicht am Finaltisch der letzten neun Spieler im November teilnehmen. Die "November Nine" spielen dann den Sieger aus, dem 7,68 Millionen Dollar winken.

Um den Traum von diesem riesigen Preisgeld weiterträumen zu dürfen, hätte Turyansky also nur noch einen Konkurrenten überleben müssen.

Doch gegen Joseph McKeehen aus den USA ging er mit Ass-König All-In, der Chipleader callte mit einem Paar Damen und Turyansky traf keine Karte mehr, die ihn retten konnte.

"Eine einmalige Chance"

Trösten kann er sich aber mit 756.897 Dollar für seinen zehnten Platz. Damit kassierte der Deutsche das höchste Preisgeld seiner Karriere. Bisher konnte er insgesamt lediglich knapp über 75.000 Dollar bei Live-Turnieren gewinnen.

Trotzdem wird der Ärger über die verpasste Chance überwiegen, glaubt SPORT1-Kommentator Michael Körner: "Ein Platz vor dem Final Table rauszufliegen - dem geht es gerade nicht gut. Er hat zwar viel Geld gewonnen, aber in dem Moment stirbst du da unten natürlich Tode. Das ist eine einmalige Chance, da an den Finaltisch zu kommen."

Turyansky ist in der Turnierpoker-Szene ein relativ unbeschriebenes Blatt. Ursprünglich kommt er aus Saarbrücken, lebt nun aber mit seiner Frau in Florida.

"Es fühlt sich alles surreal an", sagte er während Tag 7 bei Pokerlistings.com: "Ich bekomme so viel Unterstützung. Ich kriege andauernd Nachrichten über Facebook und Whatsapp von meiner Frau in Florida, die leider nicht hier sein kann. Alle freuen sich mit mir. Freunde aus Deutschland sind hier und unterstützen mich."

Heimaturlaub mit der Frau

Statt sich auf das mögliche Spiel seines Lebens im November vorzubereiten, kann Turyansky nun erst einmal Urlaub machen.

Die Pläne standen schon vor seinem Ausscheiden fest: "Im August oder September werde ich meine Frau das erste Mal mit nach Deutschland nehmen. Dann werden wir meine Familie und meine Freunde treffen", sagte er.

Insgesamt 6420 Spieler hatten sich zu Beginn für das Turnier angemeldet, was bei einem Buy-In von 10.000 Dollar pro Spieler einen Preisgeldpool von mehr als 60 Millionen Dollar ergab. Genau 60.348.000 Dollar an Preisgeldern werden verteilt.

Finaltisch ohne Negreanu

Um den Sieg spielt aber auch Superstar Daniel Negreanu nicht mehr mit, er verpasste ebenfalls den Final Table.

Der Kanadier, der bei Live-Turnieren so viel Geld gewann wie kein anderer Spieler der Geschichte, beendete das Turnier als Elfter und wurde mit Standing Ovations verabschiedet.

Er stellte damit sein bestes Ergebnis in einem Main Event ein: Auch 2001 landete der 40-Jährige auf dem elften Platz. Trösten kann sich Negreanu dieses Jahr mit einem Preisgeld in Höhe von 526.778 Dollar.

Pokerexperte Körner hätte "Kid Poker" gerne am Final Table gesehen: "Das wäre für Poker der Wahnsinn gewesen, wenn der beliebteste Spieler der Welt an den Finaltisch kommt. Das tut richtig weh."

Als Chipleader an den Finaltisch geht der US-Amerikaner Joseph McKeehen. Er liegt mit großem Vorsprung mit über 63 Millionen Chips vor dem Israeli Zvi Stein, der lediglich 29,8 Millionen Chips vor sich liegen haben wird, wenn der Finaltisch beginnt.

Körner räumt McKeehen daher gute Chancen auf den Triumph ein: "Favorit ist immer erstmal der Spieler, der die meisten Chips hat. Er hat auch einen ziemlich großen Vorsprung. Er hat eine sehr, sehr gute Chance zumindest unter die ersten drei oder vier zu kommen."

Die "November Nine" und ihre Chipanzahl im Überblick:

1. Joseph McKeehen (USA) 63.100.000
2. Zvi Stern (Israel) 29.800.000
3. Neil Blumenfield (USA) 22.000.000
4.Pierre Neuville (Belgien) 21.075.000
5. Max Steinberg (USA) 20.200.000
6. Thomas Cannuli (USA) 12.250.000
7. Joshua Beckley (USA) 11.800.000
8. Patrick Chan (USA) 6.225.000
9. Federico Butteroni (Italien) 6.200.000

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