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Tony Martin ist viermaliger deutscher Zeitfahrmeister

Tony Martin will im WM-Einzelzeitfahren seinen nächsten Titel gewinnen. Der 29-Jährige kann sich einen Rekord sichern.

Ponferrada - Zeitfahr-Titan Tony Martin ist ein Besessener, besessen vom Streben nach Perfektion. Seine Detailverliebheit sucht ihresgleichen, sie treibt ihn von Titel zu Titel.

Wenn der 29-Jährige am Mittwoch in Ponferrada nun tatsächlich Radsport-Geschichte schreibt und zum vierten Mal in Folge Weltmeister im Einzelzeitfahren werden sollte, steckt dahinter eine einzigartige Passion.

"Ich werde nie müde, mich zu motivieren", sagt Martin, "ich will die Goldmedaille, alles andere wäre eine Enttäuschung."

Konkurrenz gibt vorab auf

Für jemanden, der bis auf den Olympiasieg alles gewonnen hat, ist wohl genau das die große Kunst - nie nachzulassen.

"Zeitfahren wird mir nie langweilig werden, auch in zehn Jahren nicht", sagt der Titelverteidiger, dessen Konkurrenten wie der Schweizer Fabian Cancellara inzwischen schon im Vorfeld das Handtuch werfen.

"Das ist zwar irgendwo ein Kompliment für mich", sagt Martin, "aber es macht das Rennen natürlich nicht spannender."

Martin glaubt an Überraschungskandidaten

Er würde sich lieber jedes Jahr einem Showdown wie 2013 in Florenz stellen, wo ihn sowohl Cancellara als auch sein britischer Rivale Bradley Wiggins herausgefordert hatten.

Diesmal ist daher Wiggins mit ziemlich Gewissheit der härteste Konkurrent, obwohl Martin auch einen "kompletten Überraschungskandidaten" nicht ausschließen will.

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Den Niederländer Tom Dumoulin und Rohan Dennis aus Australien erwähnte er als Beispiele.

Den für seine Maßstäbe dürftigen Auftakt mit Rang drei im Mannschaftszeitfahren mit Quick Step hat der Wahl-Schweizer abgehakt.

Intensive Begutachtung der Strecke

Am Montag und Dienstag beschäftigte er sich bei der intensiven Besichtigung der 47,1 km langen Strecke viel lieber mit der Suche nach der Ideallinie.

Die entscheidenden Nuancen finden, so hat sich Martin seine Ausnahmestellung erarbeitet.

"Ich werde mit gewohntes Konzept nicht über den Haufen werfen, Hau-Ruck-Aktionen bringen eh nichts. Ich bin schnell im Goldmodus gewesen", sagte der Weltmeister der Jahre 2011 bis 2013.

Gedanken an eine mögliche Niederlage haben keinen Platz, sie würden nur stören. Wenn Martin um 15.36 Uhr mit der Startnummer 1 von der Rampe rollt, dann hat er neben seinem Masterplan bestenfalls die beeindruckende Erfolgsserie dieser Saison im Kopf.

WM-Kurs mit Tücken

Sechs lange Zeitfahren hat der gebürtige Cottbuser in Folge für sich entschieden. Für Landsmann Niklas Arndt fährt Martin "in einer eigenen Liga", und auch Marcel Kittel sieht den Top-Favoriten vorn.

"Grundsätzlich ist Tony bärenstark, ich mach' mir keine Sorgen", sagte der Tour-de-France-Star.

Auch der WM-Kurs spricht nicht gegen den nächsten Sieg, obwohl er Tücken birgt. Gerade die beiden kniffligen Anstiege können das Resultat maßgeblich beeinflussen.

"Da kannst du ganz leicht 20 bis 30 Sekunden verspielen. Man muss clever fahren", sagt Martin.

Die Strecke sei schwieriger als er erwartet hatte.

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