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Jens Voigt hat einen Tag vor seinem Geburtstag den Stundenweltrekord im Velodrom von Grenchen (Schweiz) gebrochen.

In 60 Minuten fuhr er und überbot die vorherige Bestleistung vom Tschechen Ondrej Sosenka (199 Runden, 49.700 km) um 1.415 Meter.

"Ich wollte nicht langsam in die Rente rollen, ich wollte gerne mit einem Knall abtreten", hatte Voigt dem übertragenden TV-Sender Eurosport gesagt. Als der Weltverband UCI im März 2014 die Regeln änderte und wieder spezielle Zeitmaschinen mit Triathlonlenker und Scheibenrädern für die Stundenhatz zuließ, habe er sich gedacht: "Warte mal, das kann ich schaffen."

Es sei ein enormer Anreiz für ihn gewesen, dass Legenden wie Eddy Merckx, Jacques Anquetil oder Fausto Coppi auf der Rekordliste stehen: "Neben diesen Größen kann ich jetzt meinen kleinen Namen schreiben."

Nach zehn Kilometern war Voigt bereits 12,5 Sekunden schneller als der für den Rekord errechnete Fahrplan, nach 20 Kilometern hatte er das auf 24,3 Sekunden ausgebaut.

Ganz ruhig saß der sechsfache Familienvater im Sattel seiner Maschine mit den schwarzen Scheibenrädern im Chronografen-Design. Wie ein Uhrwerk drehte er einen Tag nach seinem 43. Geburtstag seine Runden auf dem 250 m langen Oval.

Nach einer knappen halben Stunde ging er zum ersten Mal aus dem Sattel, um den Rücken ein wenig zu entlasten, dann ließ er sich wieder in die Standardposition zurückfallen.

Eine Viertelstunde vor dem Ende wurde deutlich, dass der einsame Kampf, den Jens Voigt gegen die Uhr und gegen sich selbst führte, härter wurde.

Immer wieder rutschte er im Sattel hin und her, um seine Sitzposition zu verändern.

"Ich bin einen Tick zu schnell losgefahren", sagte Voigt. Am Ende habe ich mir gedacht: Ich muss mich das letzte Mal in meinem Leben quälen. Ab jetzt gibt es keine Schmerzen mehr."

Auch bei den 1600 Zuschauern bedankte er sich: "Es war großartig. Die Fans haben sicherlich ein halbes km/h aus mir rausgeholt."

Die Karriere des Tour-De-France-Rekordteilnehmers ist jetzt vorbei: "Ich freue mich zu meinen Kindern zu sagen: So, jetzt hat Papa Urlaub!"

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