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Vincenzo Nibali gewann die Tour de France 2014
Vincenzo Nibali gewann die Tour de France 2014 © getty

Die ARD wird 2015 wieder die Tour de France übertragen. Das meldete der "Spiegel" am Sonntag.

Nach gleichlautenden Informationen des "Sport-Informations-Dienstes "SID" erwarb der Senderverbund die Rechte für zwei Jahre.

Zuletzt hatte die ARD 2011 die wichtigste Radsport-Veranstaltung der Welt übertragen, war danach aber wegen der zahlreichen Dopingskandale ausgestiegen.

Der neue Vertrag soll ebenfalls eine Ausstiegsklausel für weitere Dopingfälle beinhalten.

"Der Radsport steht sehr gut da in Deutschland. Er hat seine Rosskur hinter sich", sagte Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), auf Anfrage: "Wir haben sehr glaubwürdige, erfolgreiche, sympathische Sportlerinnen und Sportler in allen Bereichen."

Die neue Vereinbarung mit der ARD wollte Scharping allerdings nicht offiziell bestätigen: "Das wäre so etwas wie eine erfreuliche Normalisierung. Das Publikumsinteresse war immer groß, sollte der Radsport jetzt auf diese Bühne zurückkehren, würde mich das sehr freuen."

Bereits im September hatten die Öffentlich-Rechtlichen eine grundsätzliche Bereitschaft zu einem Wiedereinstieg signalisiert. Seit 2012 hatten ARD und ZDF angesichts einer Reihe von Dopingskandalen keine Live-Bilder mehr vom wichtigsten Radrennen der Welt gezeigt, die verstärkten Bemühungen im Anti-Doping-Kampf wurden nun aber berücksichtigt.

"Ich glaube, dass der Radsport enorme Anstrengungen unternommen hat. Das heißt natürlich nicht, dass es keine Dopingfälle mehr geben kann - dann wären wir ja naiv, aber wir müssen auch aufpassen, dass wir keine Sportart an den Rand stellen", hatte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky vor einiger Zeit dazu gesagt.

Die deutschen Top-Radprofis begrüßen den Wiedereinstieg der ARD, geben dem Sender und ihrem Sport aber auch mahnende Worte mit auf den Weg.

"Es ist schön, dass die sportlichen Leistungen gewürdigt werden, und auf der anderen Seite auch die Bemühung, zu zeigen, dass sich Dinge im Radsport geändert haben", sagte der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin: "Ich erhoffe mir weiterhin eine kritische, aber auch faire Berichterstattung der ARD, wie es sie in anderen Sportarten ja auch gibt."

Sprintstar Marcel Kittel, Gewinner von insgesamt acht Tour-Etappen 2013 und 2014, sprach von einer "schönen Botschaft und einer guten Nachricht für den deutschen Radsport". Diesen sieht er weiter in der Pflicht, skandalfrei zu sein: "Es ist eine Verpflichtung, auch in Zukunft am Ball zu bleiben und keine Gründe zu liefern, dass die ARD es sich wieder anders überlegt."

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