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Ines Geipel war Leistungssportlerin in der DDR
Ines Geipel ist Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfevereins © Getty Images

Für Ines Geipel, Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfevereins (DOH), sind gesundheitliche Schäden durch Dopingmittel nicht nur auf den Umgang mit verbotenen Substanzen in der DDR zurückzuführen.

"Wir können durch die Arbeit unserer Beratungsstelle dokumentieren, dass das Doping-Problem eben nicht pünktlich 1989/90 aufgehört hat, wie es zum Selbstverständnis von Sport und Politik gehört. Inzwischen melden sich Athleten bei uns, die bis 2004 aktiv waren", sagte die 54-Jährige der Süddeutschen Zeitung (Wochenendausgabe).

Dabei handele es sich um deutsche Kaderathleten, die die Dopingmittel von ihren Trainern bekommen hätten. Geipel verweist auch darauf, dass dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) diese Vorgänge bekannt seien.

Allerdings gebe es auch hierauf keine angemessene Reaktion vom Sport-Dachverband. Stattdessen werde weiter das Märchen vom sauberen gesamtdeutschen Sport erzählt. "Es ist völlig gaga, wie wir die Realität wegdrücken", sagte sie.

Darum lehnt Geipel auch eine deutsche Olympia-Bewerbung ab, solange man nicht bereit sei, aus der Vergangenheit die richtigen Lehren zu ziehen. "Wer jetzt Olympische Spiele forciert und Deutschlands Sportsystem entsprechend optimiert und auf Medaillen trimmt, ohne dass er mit den schweren Hypotheken ernsthaft umgegangen ist - der ist ganz klar für systematischen Betrug", kritisierte Geipel.

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